Flächennutzungsplan gegen die Stimmen der CDU verabschiedet

Liebe Jorkerinnen und Jorker,

Auf der Ratssitzung vom 6. Dezember 2000 wurde der neue Flächennutzungsplan der Gemeinde Jork verabschiedet. Dabei wurde die Ausweisung von über 20 Hektar Bauland mit den Stimmen von SPD/Bürgerverein und Grünen und gegen die Stimmen der CDU beschlossen. Wir haben unser Möglichstes getan, um die überdimensionierte Ausweisung von Baugebieten und damit eine weitere Anonymisierung und Verstädterung unserer Gemeinde zu verhindern.

Wir möchten uns bei all denen bedanken, die an unserer Unterschriftenaktion zur Verhinderung übertriebener Baulandflächen mitgemacht haben. Über 500 Unterschriften gingen innerhalb kürzester Zeit bei uns ein. Auch wenn SPD/Bürgerverein und Grüne versuchen, diese Tatsache herunterzuspielen: Die Aktion ist nicht ohne Wirkung geblieben. Die drei Parteien, die sich schon zusammen auf eine Ausweisung von 48 Hektar Bauland im neuen Flächennutzungsplan verständigt hatten, konnten so zum Überdenken ihrer Entscheidung bewogen werden. Resultat: Nach erneuter Beratung des Flächennutzungsplans werden jetzt nur noch rund 20 Hektar für Neubaugebiete ausgewiesen. Für uns als CDU ist aber klar: Der Verdienst für diese Reduzierung gebührt vor allem Ihnen, den Jorker Bürgerinnen und Bürgern !

Wie fatal der Kurs von SPD/Bürgerverein und Grünen in dieser Frage ist, macht auch die Stellungnahme der Bezirksregierung deutlich, die der Gemeinde empfahl, die historischen Ortsteile von Jork und Borstel nicht zusammenwachsen zu lassen. „ Die Kulturlandschaft des Alten Landes darf keinesfalls gefährdet werden“ , so die Bezirksregierung Lüneburg.
Auch der Landkreis machte auf die drohenden Fehlentwicklungen in unserer Gemeinde aufmerksam, indem er Jork in seinem Regionalen Raumordnungsprogramm als Ort mit bevorzugter Priorität für Wohnbebauung mit der Begründung herausnahm, daß speziell in dieser Region Obstbau und Naherholung geschützt werden müssen. Die Zielsetzung der Jorker CDU ist daher die Wahrung unserer einmaligen Kulturlandschaft. Diese unverwechselbare Region mit dem größten geschlossenen Obstanbaugebiet Deutschlands verdient es, geschützt zu werden. Eine verdichtete Siedlungsstruktur in unserer Gemeinde lehnen wir entschieden ab.
Daher ist für uns auch die Größenordnung von 20 Hektar Bauland noch zuviel und nicht akzeptabel. Zu berücksichtigen ist nämlich auch die starke Lückenbebauung, die zusätzlich erfolgt und auf die die Gemeinde keinen Einfluß hat. Diese Lückenbebauung hat über das gesamte Jorker Gemeindegebiet verteilt eine noch mal ähnlich hohe Größenordnung. Eine derartige Entwicklung hätte bei der Diskussion um den Flächennutzungsplan berücksichtigt werden müssen ! Für uns als CDU ist klar: Man wird die Lückenbebauung in Jork nicht zum Erliegen bringen, indem man möglichst viel Bauland ausweist. Unsere Nähe zu Hamburg wird weiterhin in großem Maße grundstückssuchende Bürger aus der Metropole anziehen, so daß ein gemäßigteres Einwohnerwachstum in unserer Gemeinde dringend geboten ist.

Die Jorker CDU lehnt eine überzogene Zuwanderung von außerhalb ab. Vielmehr müssen zunächst einmal den Jorker Grundstückssuchenden Bauplätze zügiger als bisher zur Verfügung gestellt werden, bevor man für neue Zuzüge sorgt, für die man bisher nicht im entferntesten eine entsprechende Infrastruktur geschaffen hat. Vor allem zunehmende Verkehrsprobleme (schätzungsweise 1000 Autos mehr auf unseren Straßen) sind vorprogrammiert, wenn die Bebauung weiter in diesem starken Maße forciert wird. Hinzu kommen Folgekosten für neue Schulen, Kindergärten, Feuerwehren, Straßen, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) etc., die heute noch nicht abschätzbar sind und die Gemeinde entweder noch weiter in die Verschuldung treiben werden oder neue Steuererhöhungen erforderlich machen könnten.

Unstrittig ist: Die Folgekosten werden Jork in eine sehr ernste finanzielle Lage bringen, denn nach neun Jahren unter Regie von SPD/Bürgerverein und Grünen ist es schon heute zur höchsten Verschuldung in der Geschichte der Einheitsgemeinde Jork gekommen.