Stellungnahme der Jorker CDU zur Deichsicherheit Hahnöfersand

Der Schutz von 40.000 Menschen, Wirtschaftsbetrieben und Wohneigentum hinter dem Elbdeich der zweiten Meile ist gefährdet.

Die schleppende Informationspolitik des Hamburger Senats hat nicht gerade zu einer Vertrauensbildung für die geplanten Ausgleichsmaßnahmen der Erweiterung der EADS in das Mühlenberger Loch beigetragen. Auch die erst nach öffentlichem Druck von Deichverband, Bezirksregierung und Hamburger Senat initiierte Informationsveranstaltung vom 17. Oktober konnte die Bedenken vieler Jorker Bürger nicht ausräumen. Die Veranstalter versuchten anhand von umfangreichen Zahlen und Grafiken, die für den Laien schwer nachvollziehbar sind, die Sicherheit der geplanten Deichlinie zu belegen. Die wiederholt berechtigt gestellte Frage, ob der neue Deich genauso sicher sei wie der Heutige, konnte nicht beantwortet werden.

Die Jorker CDU sieht daher in der neuen Deichlinie nach wie vor ein Sicherheitsrisiko für die zweite Meile des Alten Landes.

Gerade in einer derart sensibel zu handhabenden Entscheidung wäre es wichtig gewesen, dass alle Zweifel klar und deutlich ausgeräumt werden können. Dies ist nicht der Fall gewesen.

 

Die Jorker CDU fordert deshalb, dass die heutige Deichlinie erhalten bleibt. Wir haben einen Resolutionsantrag in den Rat der Gemeinde Jork eingebracht, der die Freie und Hansestadt Hamburg auffordert, die Deichlinie in ihrem jetzigen Zustand zu belassen.

Es ist unverständlich, dass in einer Zeit der leeren öffentlichen Kassen für etwa 1000 durchziehende Löffelenten 200 Millionen Mark – das sind 200.000 Mark Steuergelder pro Löffelente – investiert werden. Zumal nach Auffassung der Experten der Löffelentenbestand nach der Verfüllung des Mühlenberger Lochs nicht gesichert ist, weil das künstliche Süßwasserwatt auf der abgespülten Fläche von Hahnöfersand voraussichtlich erst nach etwa zehn Jahren eine ausreichende Nahrungsgrundlage für diese Zugvögel bieten kann. Da der vorhandene Deich laut Deich- und Wasserwirtschaftsgesetz frühestens fünf bis sechs Jahre nach der Rückverlegung auf eine neue Deichlinie abgetragen werden darf – was vom Senat ignoriert wird – würde sich die Wattentstehung um diesen zusätzlichen Zeitraum verzögern. Die beabsichtigte Schaffung eines Süßwasserwattes als Kompensationsmaßnahme ist daher abzulehnen.

Die Jorker CDU fordert deshalb die Bezirksregierung und den Deichverband auf, das Einvernehmen mit dem Hamburger Senat nicht herzustellen.