Stellungnahme zum LIDL-Markt, 27.01.2006

CDU/FDP-Gruppe im Rat der Gemeinde Jork

Die CDU/FDP-Gruppe spricht sich nach wie vor grundsätzlich gegen die Ansiedlung eines Lidl-Marktes in Jork aus. Dies haben wir bereits in der Ratssitzung vom 9. März 2005 deutlich gemacht (siehe Tageblatt-Bericht vom 12. März 2005.
Begründung:

Die Ansiedlung eines Lidl-Marktes könnte zu einer existenziellen Gefährdung heimischer Einzelhandelsgeschäfte führen. In Jork haben sich mit dem Extra-Markt, Aldi, Minimal und Penny bereits vier Supermarkt-Ketten niedergelassen. Davon befinden sich lediglich der Extra-Markt und Penny in Zentrumslage. Mit dem Lidl-Markt würde eine weitere Kette außerhalb des Ortskerns seine Geschäfte aufnehmen und damit Kaufkraft aus dem Zentrum abziehen. Während die Discounter in Jork im Zuge des Verdrängungswettbewerbes kommen und auch wieder gehen können, wäre die Schließung eines Jorker Einzelhandelsgeschäftes wahrscheinlich als endgültig anzusehen. Die CDU/FDP-Gruppe räumt daher dem Schutz der Jorker Einzelhandelsgeschäfte eine hohe Priorität ein.

Darüber hinaus sprechen auch ortsgestalterische Gründe gegen die Ansiedlung. So handelt es sich nach den Lidl-Planungen eher um einen modernen Bau, der sich nach unserer Auffassung nicht in das Ortsbild der Gemeinde Jork einfügt. Die CDU/FDP-Gruppe hat sich ein klares Zukunftsprofil für die Gemeinde Jork gesetzt. Wir wollen die Kulturlandschaft des Alten Landes erhalten. Dazu gehört auch, dass unsere Region vom Fachwerkbau geprägt sein soll. Das Ärztezentrum, aber auch der Extra-Markt sind hier als positive Beispiele für gewerblich genutzte Gebäudekomplexe zu nennen. Nicht hinnehmbar ist für die CDU/FDP-Gruppe weiterhin, dass das Jugendzentrum im Falle einer Ansiedlung weichen müsste.

Allerdings ist nicht auszuschließen, dass es auch Jorker Fachgeschäfte geben könnte, die von einem Lidl-Markt profitieren. Inwiefern dies zutrifft, müsste jedoch näher überprüft werden. Unter den derzeitigen Gegebenheiten werden wir dem Vorhaben jedoch nicht zustimmen. Wir teilen die Auffassung von Bürgermeister Rolf Lühmann, dass eine mögliche Lidl-Ansiedlung nur denkbar ist, wenn es die Gemeinde Jork in seiner Entwicklung nach vorn bringt. Als Grundbedingung für weitere Gespräche sind für die CDU/FDP-Gruppe daher folgende Punkte unverzichtbar:

1. Ein neues, den heutigen Standards entsprechendes Jugendzentrum müsste an einem für die Gemeinde günstigen Standort gebaut werden
2. Lidl muss sich maßgeblich an der Finanzierung der geplanten Umgehungsstraße beteiligen, da der Discounter mit seinen 110 geplanten Parkplätzen auch das Verkehrsaufkommen erhöhen wird
3. Außerdem müsste Lidl die Kosten eines erforderlich werdenden Kreisels auf der Landesstraße übernehmen.
4. Die Jorker Einzelhandelsgeschäfte sehen für sich in der Ansiedlung tendenziell positive Effekte.
5. Der Markt fügt sich positiv in die Ortsgestaltung Jorks ein.

Hinrich Rohbohm, – Fraktionsvorsitzender –