Chronologie Gymnasium Altes Land

Direkt nach der Grundschule geht es weiter mit der Hauptschule, Realschule oder dem Gymnasium

Jork: Schulzentrum fordert Gymnasium

Mehrheit möglich – CDU fürchtet Gesamtschule

Jork (bv). Die Gesamtkonferenz der Haupt- und Realschule Jork mit Orientierungsstufe macht sich aufgrund der drohenden Veränderungen in der niedersächsischen Schulstruktur für die Einrichtung eines Gymnasiums in Jork stark – das wurde am Rande der Gemeinderatssitzung am Mittwoch in Königreich bekannt.

Hintergrund: Die Landesregierung will die Orientierungsstufe abschaffen und stattdessen Förderstufen einrichten. „Deshalb beantragt die Gesamtkonferenz die Einrichtung eines Gymnasiums für den Sekundarbereich I nach dem Jorker Modell“, sagt der Leiter des Schulzentrums, Jochen Stechmann. Das „Jorker Modell“ einer teilweise gebundenen Ganztagsschule mit einem Kollegium für die Zeit nach der Abschaffung der OS würde so aussehen: Künftig würden die Jahrgänge 5 und 6 in einer Förderstufe für die Haupt- und Realschule sowie in einer Förderstufe für das Gymnasium geführt werden. Die Klassen 7-10 würden anschließend je nach Schulform weiter unterrichtet.
Damit würde vermieden, dass Kinder nach der 4. Klasse in andere Orte fahren müssten, um eine gymnasiale Förderstufe zu besuchen. Das Modell wäre eine kostenneutrale Lösung für alle Schulen im Einzugsbereich der Gemeinde, mit der Neustrukturierung werde spätestens 2003/2004 gerechnet. Das gymnasiale Angebot müsste neu geschaffen, vermutlich auch neue Fach- oder Klassenräume gebaut oder vorhandene intensiver genutzt werden. Grüne, SPD und Bürgerverein begrüßen den Vorschlag, die CDU äußerte sich skeptisch, weil es der Vorbote einer nicht gewünschten kooperativen, von schlechter Lehrqualität geprägten Gesamtschule wäre, meint CDU-Chef Hinrich Rohbohm.

Artikel erschienen am: 01.03.2002


Jork: Die kooperative Schule kommt

Jork (bv). Die Weichen sind gestellt – das Schulzentrum Jork wird im Schulausschuss die Einrichtung einer „kooperativen Haupt- und Realschule mit einem gymnasialen Zweig“ zu Beginn des kommenden Schuljahres beantragen. Das wurde in der Ratssitzung bekannt. Der Unterricht soll weiterhin nach Schulform getrennt erfolgen, abgesehen von Fächern wie Musik und Kunst. Die Schulstrukturreform des Landes Niedersachsen mache diesen Schritt bis 2008 notwendig. Eltern, Lehrer und Schüler stünden hinter dem Antrag, hieß es.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Hinrich Rohbohm berichtete aus dem Kreis-Schulausschuss: „Die Bezirksregierung hat deutlich gemacht, dass ein gymnasiales Angebot in Jork nur über eine Gesamtschule möglich ist.“ Letztere wird vom Schulzentrum nicht gefordert. Dennoch befürchtet die CDU weiter, dass in Jork die Einführung einer „Gesamtschule durch die Hintertür“ droht.

Artikel erschienen am: 27.09.2002


Oberstufe für Jork

Junge Union Buxtehude/Altes Land unterstützt Vorschlag

Jork (chw). Ein Gymnasium mit Oberstufe – das wünscht sich die Junge Union Buxtehude / Altes Land für das Schulzentrum Jork. Deshalb verabschiedeten die Mitglieder bei ihrer jüngsten Versammlung einen Antrag für ein Gymnasium bis zur 13. Klasse. Das „Jorker Modell“ (Gymnasium bis zur zehnten Klasse) lehnt die Junge Union (JU) ab. Ein „Rumpfgymnasium“ wie am Buxtehuder Gymnasium Süd sei keine Lösung. Außerdem sei nach der zehnten Klasse ein Schulwechsel nach Buxtehude an die Oberstufe der Halepaghen-Schule erforderlich. „Dieser Schulwechsel erfordert eine Eingewöhnungszeit und geht bei der Kurswahl mit negativen Auswirkungen für die Jorker gegenüber den Halepaghen-Schülern einher“, befürchtet der stellvertretende JU-Vorsitzende Marcel Haberkorn.

Artikel erschienen am: 04.05.2002


Antrag zu TOP 13 der Ratssitzung am 22. Mai 2002:
„Einrichtung eines Gymnasiums für den Sekundarbereich I“

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Jork beantragt hiermit die Einrichtung eines Gymnasiums, dass sowohl den Sekundarbereich I als auch den Sekundarbereich II umfasst.

Begründung:

Die CDU Jork hält es grundsätzlich für richtig und notwendig, den Schulstandort Jork zu stärken. Ein „Rumpfgymnasium“ nach dem „Jorker Modell“, dass lediglich den Sekundarbereich I umfassen würde lehnen wir dagegen aus folgenden Erwägungen ab:

1. Die Schülerzahlen Jorker Gymnasiasten bewegen sich derzeit zwischen 26 und 45 pro Jahrgang.. Dies hat zur Folge, dass ein Gymnasium, dass aller Voraussicht nach dreizügig zu betreiben wäre nur mühsam, wenn überhaupt aufrecht zu erhalten ist.

2. Hinzu kommt, dass bei derart geringen Schülerzahlen Einschränkungen im schulischen Angebot zu erwarten wären. So müsste gewährleistet sein, dass neben einer Französisch-Klasse auch eine Latein-Klasse in Jork dauerhaft eingerichtet werden kann. Dies würde bereits die Bildung von zwei Klassen bedeuten. Da erfahrungsgemäß Französisch häufiger als zweite Fremdsprache gewählt wird als Latein ist zu befürchten, dass die erforderliche Mindestgröße zur Bildung einer Latein-Klasse nicht erreicht werden kann. Die Folge wäre der Gang dieser Schüler zur Halepaghen-Schule nach Buxtehude, was noch weniger Schüler für das „Rumpfgymnasium“ zur Folge hätte. Darüber hinaus dürfte es als noch unwahrscheinlicher gelten, dass unter den genannten Gegebenheiten eine weitere Klasse eingerichtet wird, der beispielsweise bilingualer Unterricht ermöglicht werden könnte.

3. Sollte Jork also mit dem schulischen Angebot der Halepaghen-Schule nicht mithalten können., wären bei einer geplanten Wahlfreiheit des Schulbesuchs der Verlust weiterer Gymnasiasten für Jork vorprogrammiert. Insbesondere bei den Este-Gemeinden dürfte die Hemmschwelle für eine Entscheidung zugunsten Buxtehudes gering sein, da der Schulweg nicht viel weiter ist als der nach Jork. Ein eigenständiges Gymnasium würde dann nur noch formell auf dem Papier bestehen. Faktisch wäre es nur noch ein gymnasiales Angebot. Dies könnte für den Schulstandort Jork einen Image- und Qualitätsverlust mit sich ziehen.

4. Auch der Wechsel von der zehnten Klasse in die Oberstufe könnte bei einem lediglichen Sek I – Gymnasium problematisch werden. Gymnasiasten des Schulzentrums Buxtehude-Süd klagen beispielsweise immer wieder über Anpassungsschschwierigkeiten und Qualitätsunterschiede beim Wechsel zur HPS.

5. Es ist darüber hinaus zu erwarten, dass der Landkreis die Bildung eines „Rumpfgymnasiums“ ohne Oberstufe ablehnen wird. Bei einem leistungsfähigen Gymnasium bis zur 13. Klasse ist eine Zustimmung beim Kreis wesentlich wahrscheinlicher. Als Beispiel sei hier Harsefeld genannt, dessen Bestrebungen nach einem Gymnasium bis Klasse 13 positiv begleitet werden.

6. Die Forderung und Planung eines Vollgymnasiums mit Sek II- Bereich könnte gemeinsam mit der Samtgemeinde Lühe vorgenommen werden. Entsprechende positive Signale seitens der Politik sind hierzu durchaus vorhanden. Jork und Lühe wären gemeinsam in der Lage, eine gymnasiale Vierrzügigkeit und somit ein gutes schulisches Angebot herzustellen.

Weder ein lediglich aus dem Sek I-Bereich bestehendes Rumpfgymnasium noch ein volles und leistungsfähiges Gymnasium mit Sek II-Bereich ist seitens der Gemeinde Jork finanzierbar. Eine Zustimmung sollte daher nur unter dem Vorbehalt erfolgen, dass eine Finanzierung und ausreichende Lehrerversorgung durch das Land Niedersachsen sichergestellt wird.

Mit freundlichen Grüßen,

gez. Hinrich Rohbohm – Fraktionsvorsitzender –
(Jork, den 16. Mai 2002)


Altes Land: Gemeinderat Jork fordert Gymnasium

Kooperation mit der Samtgemeinde Lühe im Gespräch

Jork (bv). Der Rat der Gemeinde Jork hat sich für die Einrichtung eines Gymnasiums am Schulzentrum Jork ausgesprochen.

Damit dieses Ziel in Zeiten leerer Kassen realisiert werden kann, fährt die Gemeinde Jork eine Doppelstrategie: Sollte sich ein vollwertiges Gymnasium mit Mittel- und Oberstufe nicht einrichten lassen, fordern die Altländer die Realisierung eines Gymnasiums für den Sekundarbereich I. Beide jeweils mit einer Förderstufe, die im Zuge der Schulreform der Landesregierung anstelle der Orientierungsstufe treten wird.
Die Verwaltung wurde beauftragt, die notwendigen Gespräche mit dem Kreis Stade und der Bezirksregierung Lüneburg zu führen. Außerdem sollen die Kosten und der Raumbedarf ermittelt werden. Um ihre Chancen zu erhöhen, wollen die Jorker – um auf möglichst viele Schüler und Schülerinnen zu kommen – auch die Samtgemeinde Lühe mit ins Boot holen.
Der Leiter des Schulzentrums, Jochen Stechmann, machte in einer Sitzungsunterbrechung deutlich, dass auch ein zweizügiges Gymnasium mit dem Sprach- und Lehrangebot der Halepaghen-Schule konkurrieren könne. Der Bedarf sei da. Die Mehrheit aus Bürgerverein, SPD und Grünen sprach sich deshalb dafür aus, das Schulzentrum zumindest um ein Gymnasium bis zur 10. Klasse zu erweitern, wie von der Schule beantragt. Um der CDU entgegenzukommen, wurde die Forderung nach einer Oberstufe hinzugefügt, so dass Rohbohm & Co. wenigstens dieser Ergänzung zustimmen konnten. Die Christdemokraten, Gegner des „Jorker Modells“, hatten im Verlauf der Ratssitzung noch einmal deutlich gemacht, dass sie ein „Rumpf-Gymnasium“ ablehnten.

Artikel erschienen am: 24.05.2002


Presseerklärung

In der letzten Sitzung des Kreisschulauschusses vom 24. September wurde mir seitens der Bezirksregierung auf Nachfragen noch einmal unmissverständlich deutlich gemacht, dass die Einrichtung eines Gymnasiums nach dem von der Schulleitung gewünschten „Jorker Modell“ nur in Form einer Gesamtschule erfolgen kann.

Damit ist klar: Der Rat der Gemeinde Jork hat in seiner Sitzung vom 24. Mai diesen Jahres genau genommen einer Gesamtschule die Zustimmung erteilt. Wir sind davon überzeugt, dass dem einen oder anderen Ratsherrn dies zum damaligen Zeitpunkt in dem Ausmaße noch nicht klar gewesen sein dürfte. Daher regen wir an, dass der Rat seine Entscheidung diesbezüglich noch einmal überdenken sollte.

Für die Jorker CDU gilt nach wie vor:

– Eine Gesamtschule für Jork werden wir – in jeglicher Form – ablehnen.
– Wir bleiben zudem dabei, dass nur ein leistungsfähiges Gymnasium inklusive Sek II- Bereich für Jork Sinn macht. Ein Rumpfgymnasium, dass nur bis Klasse 10 reicht und dann in Form einer Gesamtschule betrieben wird ist gegenüber Buxtehude nicht konkurrenzfähig. Es könnte mit dem Angebot der HPS als auch mit dessen Niveau in keiner Weise mithalten.
– Die CDU stellt sich darüber hinaus die Frage, ob Eltern und Schüler über die Tatsache, dass das Jorker Modell zu einer Gesamtschule führt, seitens der Schulleitung überhaupt informiert wurde, als über das Jorker Modell in der Gesamtkonferenz befunden wurde.
– Auch die Regierungspräsidentin Birgit Hone´ hatte bereits in einem Interview im Tageblatt bedenken hinsichtlich der Konkurrenzsituation zu Buxtehude geäußert.
– Für die CDU ist außerdem fraglich, ob die Schülerzahlen für ein gymnasiales Angebot am Schulzentrum ausreichend sind. Die Schülerzahlen Jorker Gymnasiasten bewegen sich derzeit zwischen 26 und 45 pro Jahrgang.. Dies hat zur Folge, dass ein gymnasiales Angebot nur mühsam, wenn überhaupt aufrecht zu erhalten ist.
– Sollte Jork mit dem schulischen Angebot der Halepaghen-Schule nicht mithalten können., wären bei einer im Schulgesetzentwurf geplanten Wahlfreiheit des Schulbesuchs der Verlust weiterer Gymnasiasten für Jork vorprogrammiert. Insbesondere bei den Este-Gemeinden dürfte die Hemmschwelle für eine Entscheidung zugunsten Buxtehudes gering sein, da der Schulweg nicht viel weiter ist als der nach Jork. Dies könnte für den Schulstandort Jork einen Image- und Qualitätsverlust mit sich ziehen.
– Auch der Wechsel von der zehnten Klasse in die Oberstufe könnte bei einem gymnasialen Sek I – Angebot problematisch werden. Gymnasiasten des Schulzentrums Buxtehude-Süd klagen beispielsweise immer wieder über Anpassungsschschwierigkeiten und Qualitätsunterschiede beim Wechsel zur HPS. Was erst geschieht, wenn Jorker Gymnasiasten bis Klasse 10 eine Jorker Gesamtschule besuchen, um dann in die Oberstufe der HPS zu wechseln, dürfte schon jetzt als Horrorszenario bezeichnet werden.
– Es ist darüber hinaus zu erwarten, dass der Landkreis die Bildung eines – in eine Gesamtschule eingebettete- „Rumpfgymnasiums“ ohne Oberstufe ablehnen wird. Jork muss hier nicht nur lokal sondern regional denken.
– Die CDU Jork fordert daher vielmehr die Planung und Einrichtung eines Vollgymnasiums mit Sek II- Bereich, dass gemeinsam mit der Samtgemeinde Lühe als Altländer Gymnasium für unsere Region geführt werden könnte. Dies würde die ohnehin geringen Chancen auf ein Gymnasium verbessern. Jork und Lühe wären gemeinsam in der Lage, eine gymnasiale Vierzügigkeit und somit ein gutes schulisches Angebot herzustellen.

Weder ein lediglich aus dem Sek I-Bereich bestehendes Rumpfgymnasium noch ein volles und leistungsfähiges Gymnasium mit Sek II-Bereich ist seitens der Gemeinde Jork finanzierbar. Eine Zustimmung sollte daher nur unter dem Vorbehalt erfolgen, dass eine Finanzierung und ausreichende Lehrerversorgung durch das Land Niedersachsen sichergestellt wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Hinrich Rohbohm, – Fraktionsvorsitzender –
(Jork, den 8.10.2002)


Jork: CDU warnt vor Gesamtschule

Fraktion lehnt geplanten gymnasialen Zweig ab

Jork (bv). Die vom Schulzentrum Jork geplante Einführung einer kooperativen Haupt- und Realschule mit einem gymnasialen Zweig lehnt die CDU vehement ab.

„Die Bezirksregierung hat deutlich gemacht, dass dieses Angebot lediglich in Form einer Gesamtschule denkbar sei“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Hinrich Rohbohm. Dies werde die CDU nicht unterstützen. „Wir bleiben dabei, dass nur ein leistungsfähiges Gymnasium inklusive Oberstufe für Jork einen Sinn macht“, meint der Christdemokrat und betont: „Ein Rumpfgymnasium bis Klasse 10 im Rahmen einer Gesamtschule würde keinesfalls das Niveau der Halepaghen-Schule erreichen.“ Damit wäre es nicht konkurrenzfähig, viele Eltern würden ihre Kinder nach Buxtehude schicken.
Die Fraktion vermute, dass die Schulleitung in der Gesamtkonferenz weder die Eltern noch die Schüler über die Tragweite der Entscheidung informiert habe. Für die CDU sei fraglich, ob die Zahlen für ein gymnasiales Angebot ausreichend seien, zwischen 26 und 45 Jorker besuchten pro Jahrgang die Halepaghenschule.
Die CDU-Fraktion gehe davon aus, dass der Landkreis Stade die Bildung einer Gesamtschule nicht unterstützen wird. Das gelte auch für ein Rumpfgymnasium ohne Oberstufe.
Die CDU fordere daher die Planung und Einrichtung eines Vollgymnasiums, das gemeinsam mit der Samtgemeinde Lühe als Altländer Gymnasium geführt werden soll. Klar sei aber auch, dass die Finanzierung und eine ausreichende Lehrerversorgung durch das Land Niedersachsen erfolgen müsse.

Artikel erschienen am: 10.10.2002


Jork: Doch eine Gesamtschule?

Der Plan vom eigenen Gymnasium ist geplatzt. Möglich wäre ein Kooperative Gesamtschule.

Von Karsten Wisser

Jork – Die Gemeinde Jork steht nach zehn Jahren erneut vor der Frage, ob sie eine Gesamtschule haben will oder nicht. Das so genannte Jorker Modell lässt sich nur als Kooperative Gesamtschule (KGS) verwirklichen, das hat jetzt die Bezirksregierung Lüneburg klargestellt. Das Jorker Modell wurde von der Gesamtkonferenz des Jorker Schulzentrums vorgeschlagen. Danach soll die bestehende Verbundschule aus Hauptschule mit Orientierungsstufe und Realschule um einen gymnasialen Zweig bis Klasse zehn ergänzt werden.

Bei einer KGS, wie es sie in Drochtersen gibt, werden die Schüler nur in Fächer wie Sport, Kunst und Musik schulformübergreifend unterrichtet. In den so genannten harten Fächern wie den Naturwissenschaften würden Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten getrennt unterrichtet werden.

Die Schule möchte offenbar diesen Weg gehen und will nach Informationen der Rundschau einen entsprechenden Antrag stellen. Wie vor zehn Jahren, als die Diskussion in Jork schon einmal geführt wurde, regt sich gegen eine Gesamtschule jedoch Widerstand. „Wir sind gegen jede Form von Gesamtschule“, stellte Hinrich Rohbohm, Fraktionschef der CDU, unmissverständlich fest. Seine Angst: Eine KGS sei der Einstieg zu einer Integrierten Gesamtschule. Für die Christdemokraten würde nur ein leistungsfähiges Gymnasium inklusive Sekundarbereich II bis zur 13. Klasse Sinn machen. Um auf die dafür nötigen Schüler zu kommen, so Rohbohm, müsste sich Jork mit Lühe und eventuell mit Horneburg zusammentun. Rohbohms Vision: Ein Gymnasium Altes Land.

Die stärkste Fraktion im Jorker Gemeinderat stellt der Bürgerverein. Fraktionschef Klaus Hubert hätte mit einer KGS keine Probleme. Seine Fraktion hat sich dazu noch keine Meinung gebildet. „Wenn wir das Jorker Modell wollen, müssen wir die KGS akzeptieren“, sagt er.

Die SPD, die derzeit mit der CDU im Rat kooperiert, hat sich ebenfalls noch nicht festgelegt. Fraktionschef Professor Gerhard Kaufmann formulierte seinen Standpunkt: „Ich sehe eine Gesamtschule dann als problematisch an, wenn die Leitung nicht gut ist und die Schule zu groß. Beides trifft bei uns nicht zu.“ Sollten Bürgerverein und SPD in der Schulfrage zu einer Position finden, gibt es im Rat eine Mehrheit für die KGS.

Selbst in diesem Fall ist jedoch noch nicht sicher, dass die KGS kommt. Kämmerin Antje Hanisch beschreibt die Finanzsituation Jorks als katastrophal. Ein gymnasialer Zweig, der nach ersten Schätzungen 1,5 Millionen Euro kosten soll, sei nur realisierbar, wenn das Geld dafür vom Landkreis oder der Landesregierung käme. Für Bürgervereinschef Klaus Hubert, der auch Vorsitzender des Finanzausschusses ist, kann die finanzielle Lage Jorks aber kein Argument sein, alle neuen Ideen gleich abzubügeln: „Die Landesregierung setzt in ihrem Schulreformprogramm auf kleinere Gymnasien. Sie ist deshalb in der Pflicht.“

erschienen am 10. Okt 2002 in Harburg/Landkreise


Absage an Christdemokraten

Bürgerverein und SPD stehen hinter den Plänen des Schulzentrums Jork

Jork (bv). Die Diskussion über die Zukunft des Schulzentrums Jork geht weiter – eine gemeinsame Linie ist im Gemeinderat gegenwärtig nicht zu erwarten. Einig sind sich die Politiker lediglich in einem Punkt: Niedersachsen muss zahlen, egal was kommt.

Die Angst des CDU-Fraktionsvorsitzenden Hinrich Rohbohm vor einer Gesamtschule teilen Bürgerverein und SPD nicht. Der Christdemokrat hatte sich am Donnerstag im TAGEBLATT außerdem gegen ein „Rumpfgymnasium“ ausgesprochen („Jork: CDU warnt vor Gesamtschule“) und die von den Schulen geplante Einführung einer kooperativen Haupt- und Realschule mit einem gymnasialen Zweig – sprich Gesamtschule – abgelehnt.
„Wir stehen hinter dem Konzept der Schule, die außerdem eine volle Ganztagsschule werden sollte“, sagt Hans-Jürgen Briese von der SPD. Der gymnasiale Zweig bis zur 10. Klasse dürfe keinesfalls als Rumpfgymnasium abgewertet werden. Briese ist sicher, dass das Schulzentrum dort ein Fächerangebot garantiert, das mit der Halepaghen-Schule mithalten kann. Der Fraktionschef des Bürgervereins, Klaus Hubert, macht „als Ratsherr“ deutlich, dass eine kooperative Gesamtschule nur auf seine Zustimmung hoffen kann, wenn gemeinsamer Unterricht lediglich in Fächern wie Kunst, Sport oder Musik erfolgt. Die Fraktion werde den Antrag der Schule prüfen. Notwendige Investitionen – im Gespräch sind 1,5 Millionen Euro – müsse das Land finanzieren. Hubert: „Wir können uns das nicht leisten.“ Die Bezirksregierung stehe in der Pflicht. Schließlich fordere die Schulstrukturreform ein gymnasiales Angebot auch auf dem Lande.

Artikel erschienen am: 12.10.2002


Gymnasialer Zweig: Schule kämpft weiter

Jochen Stechmann: Keine Gesamtschule geplant

Jork (ari). Nach wie vor ist Schulleiter Jochen Stechmann der Ansicht, dass die Einrichtung eines gymnasialen Zweiges bis Klasse 10 mit eigener Förderstufe am Schulzentrum die beste Lösung für Jork wäre.

„Weder wir noch der Schulträger haben eine andere Wahl“, sagt Stechmann. Denn laut Beschluss des Landes Niedersachsen werden alle selbständigen Haupt- und Realschulen ab dem 1. August 2008 in kooperative Schulen umgewandelt – sofern sie diese Umwandlung nicht schon selbst vorher beantragen.
Die zusätzliche Einrichtung eines gymnasialen Zweiges bis Klasse 10 mit dazugehöriger Förderstufe würde, so Schulleiter Stechmann, aber nicht auf eine, teils heftig kritisierte kooperative Gesamtschule, sondern auf ein „Jorker Modell“ hinauslaufen.
Dabei, betont er, bliebe die Eigenständigkeit der Schulzweige erhalten. Eltern- und Schülerrat befürworten den Antrag. Den Grund für die Beantragung der kooperativen Haupt- und Realschule nennt Konrektor Werner Isaak: „Wir möchten die Veränderungen mitgestalten und auch dem Schulträger, also der Gemeinde, die Gelegenheit dazu geben.“ Das sei nur möglich, wenn nicht gewartet würde, bis die Reform von oben durchgesetzt werde.

Artikel erschienen am: 24.10.2002


Jork: Gesamtschulantrag vertagt

Beratung in Rekordzeit

Jork (ari). Viel Neues gab es nicht zu hören, die wenigen Tagesordnungspunkte wurden in Rekordzeit abgearbeitet: Der öffentliche Teil der Jorker Ratssitzung am Mittwochabend dauerte gerade mal zehn Minuten. Den Antrag des Schulzentrums Jork auf die Umwandlung der Haupt- und Realschule in eine – in der örtlichen Politik äußerst umstrittene – kooperative Gesamtschule gab der Rat ohne Diskussion in den Schulausschuss weiter. Der laufende Antrag auf die Errichtung einer Gymnasialstufe bis einschließlich Klasse 10 am Schulzentrum Jork bleibt davon weiter unberührt. Für die zur Wohnbebauung ausgewiesenen Grundstücke am Schützenhofweg beschloss der Gemeinderat auf Anregung des Wasser- und Bodenverbands, ein Regenrückhaltebecken in die Planung mit einzubeziehen. Auch Anregungen und Anfragen aus dem Publikum gab es nicht – außer einer: Ob die Sitzungen des Rates in Zukunft wenigstens auf eine Bier-Länge ausgedehnt werden könnten.

Artikel erschienen am: 08.11.2002


Gesamtschule nicht geplant

Jork: Leitung des Schulzentrums Jork stellt klar

Jork (bv/ari). Das Schulzentrum Jork hat keinen Antrag auf Einrichtung einer kooperativen Gesamtschule gestellt. Das hat Konrektor Werner Isaak im Namen der Schulleitung betont. Geplant sei mit dem Antrag eine „Kooperative Haupt- und Realschule unter einer Schulleitung mit getrennten Schulzweigen“. Diese Umwidmung sei im Sinne des neuen Gesetzes und „stellt die jetzige Arbeit von getrennten Schulzweigen sicher“ (Siehe TAGEBLATT-Bericht).

Isaak beklagt fahrlässige Verwechslung von Begriffen. Jahrelange vertrauensvolle Arbeit von Schulträger, Eltern, Schülern sowie Öffentlichkeit mit der Schule werde zerstört. Der Konrektor zielt mit der Kritik auf CDU und TAGEBLATT-Berichterstattung. Eltern und Schülerrat sowie Gesamtkonferenz würden die Umwidmung in eine kooperative Haupt- und Realschule mittragen.
Der Antrag: „Wir beantragen die Zustimmung des Schulträgers zu einer Kooperativen Haupt- und Realschule. Der Antrag auf Einrichtung eines gymnasialen Zweiges bleibt selbstverständlich bestehen, so dass die kooperative Haupt- und Realschule die Einrichtung eines gymnasialen Zweiges und einer Förderstufe (Jorker Modell) beantragt.“
Doch lediglich ein Teil des Antrages hat offenbar Erfolgsaussichten. Der Erste Kreisrat Michael Roesberg stellt klar: „Aufgrund der Schülerzahlen kann es einen gymnasialen Zweig von Klasse 5 bis Klasse 10 in Jork allein in Form einer kooperativen Gesamtschule geben.

Artikel erschienen am: 09.11.2002 Schule: Jorker CDU steckt Niederlage ein

Rat votiert für die Einführung der kooperativen Haupt- und Realschule

Jork (bv). Der Rat der Gemeinde Jork hat sich am Mittwochabend im Schützenhof für die Einführung einer kooperativen Haupt- und Realschule mit Förderstufe am Schulzentrum Jork ausgesprochen – gegen die Stimmen der CDU/FDP-Gruppe.

Über einen gymnasialen Zweig will die Politik erst diskutieren, wenn im Laufe des Jahres 2003 der angekündigte Schulentwicklungsplan des Kreises Stade vorliegt. In einem Punkt sind sich alle Ratsfraktionen einig – egal, wer am 2. Februar die Landtagswahl gewinnt, der Schulstandort Jork muss gesichert werden.
Mit einem Geschäftsordnungstrick hatte die CDU/FDP-Gruppe versucht, den Antrag des Schulzentrums Jork von der Tagesordnung zu streichen. Der Grund: Eine Vorlage fehlte. Jetzt will CDU-Fraktionschef Hinrich Rohbohm die Kommunalaufsicht beim Kreis Stade einschalten. Bürgerverein, SPD, Grüne und Gemeindedirektor Richard Kladiwa vertraten übereinstimmend die Auffassung, dass alles rechtmäßig über die Bühne gegangen sei.
Künftig wird Vize-Bürgermeisterin Monika Tegtmeyer-Casper die SPD im Feuerschutzausschuss vertreten. Ihr Genosse Hans-Jürgen Briese hatte kürzlich – aus „Unverständnis über die teils heftige, unter die Gürtellinie gehende Kritik“ an seinem Sparkurs beim Jorker Gerätehaus – auf seinen Ausschuss-Sitz verzichtet.
Der Rat der Gemeinde Jork unterstützt die Einführung der verlässlichen Grundschule an der Grundschule „An der Este“ in Königreich.

Artikel erschienen am: 24.01.2003


Grüne: Schulzentrum Jork wird ausbluten

Altländer fordern eigenes Gymnasium – Nein zur Halepaghen-Außenstelle

Jork (bv). Die Grünen sind alarmiert. Ihre Befürchtung: Durch das geplante Schulgesetz der CDU/FDP-Landesregierung wird das Schulzentrum Jork „ausbluten“, weil ein Großteil der Schüler ab 2004 aufs Gymnasium wechseln will, so eine Umfrage vor Ort. Deshalb unterstützen die Grünen einen neuen Antrag des Schulzentrums. Das Ziel: ein Gymnasium für Jork.

Einig waren sich die Grünen bei einer Infoveranstaltung im Schützenhof Jork in der Ablehnung des neuen Gesetzes. Die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Ina Korter, bezeichnet das Paragraphenwerk als „Schritt zurück in die 50er Jahre“. Gemeinsames Lernen in kooperativen Schulen wäre der bessere Weg. Das hätten die Pisa- und Iglu-Studie gezeigt. Auf die Kommunen kämen durch die Zementierung des dreigliedrigen Schulsystems hohe finanzielle Lasten zu. Laut Minister würden der Raumbedarf um zehn Prozent, die Sachkosten um mindestens 3,5 Prozent steigen, so Korter. Doch die Grünen sind realistisch. „Wir werden das Gesetz nicht stoppen können“, sagte die Kreistagsabgeordnete Elke Weh.
Vor diesem Hintergrund haben sich die Jorker Grünen entschlossen, den neuen Antrag des Schulzentrums zu unterstützen. Das Konzept: ein „dreigliedriges Schulzentrum aus Haupt- und Realschule sowie Gymnasium von Klasse 5 bis 10 unter einer gemeinsamen Leitung“ über einen Schulversuch zu realisieren.

Artikel erschienen am: 21.05.2003


Kreis will Gymnasium in Harsefeld

Die konkreten Pläne der Verwaltung: Jork guckt in die Röhre – Zukunft der Apenser Gymnasiasten ungewiss Buxtehude (chw). „Ein Gymnasium im Alten Land wird die Kreisverwaltung dem Kreistag nicht vorschlagen.“ – Das sagte der Erste Kreisrat Michael Roesberg am Montagabend im Buxtehuder Schulausschuss. Dafür soll Harsefeld ein Gymnasium und das Gymnasium Süd in Buxtehude eine Oberstufe bekommen.

Nach Roesbergs Angaben soll ein Gymnasium (mit dem Landkreis als Schulträger) in Harsefeld am 1. August 2004 den Betrieb aufnehmen und ein neues Gebäude gebaut werden, das 2006 fertig sein könnte. Dort möchte die Kreisverwaltung auch die Gymnasiasten aus Apensen beschulen.

Ob die Stadt Buxtehude das will, ist noch nicht klar. Apensens Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer hatte in einem Brief argumentiert, dass die Jugendlichen nach Buxtehude ausgerichtet seien und deshalb weiterhin dort das Gymnasium besuchen sollten. Buxtehudes Bürgermeister Jürgen Badur sieht „soziale, kulturelle und ökonomische Gründe“, die dafür sprechen, die Apenser Gymnasiasten in Buxtehude zu beschulen.
Entscheiden soll der Schulausschuss über die Zukunft der Apenser Gymnasiasten in seiner Sitzung nach den Herbstferien. Dann liegen auch die neuesten Schülerzahlenprognosen vor.
Gegen den Vorschlag der Kreisverwaltung, die Gymnasiasten aus Jork in Buxtehude zu beschulen, zeigte sich im Schulausschuss kein Widerstand.
Mittlerweile gibt es auch zur Oberstufe am Schulzentrum Süd klare Aussagen. Roesberg: „Die Schülerzahlen in Buxtehude und Jork reichen für zwei Gymnasien mit Oberstufen aus.“ Die Bezirksregierung habe eine Genehmigung in Aussicht gestellt. Start der Süd- Oberstufe könnte am 1. August 2005 sein.

Artikel erschienen am: 27.08.2003


Altländer Gymnasium an die Lühe

Gemeindeelternräte präsentierten neuen Alternativ-Vorschlag im Schulausschuss
Steinkirchen (sal). Die Idee eines Altländer Gymnasiums ist noch nicht vom Tisch. Eine neue und ihren Berechnungen zufolge kostenneutrale Alternative servierten die Gemeindeelternräte der Samtgemeine Lühe und der Gemeinde Jork am Mittwoch dem Schulausschuss der Samtgemeinde Lühe.

„Wir wollen nicht Unruhe stiften, wir wollen nur, dass unsere Idee seriös geprüft wird“, betonte die Elternvertreterin Margret-Edda Andrich-Stich, um dann ein Zahlenwerk vorzustellen, dass den Schulausschuss auf Anhieb begeisterte. Im Mai hatten sich die Eltern von der Lühe und aus Jork zusammengesetzt und eine Idee ausgearbeitet, von denen sie glauben, „dass sie machbar ist“. Würden die Altländer Gymnasiasten in Steinkirchen unterrichtet, könnten in Stade und Buxtehude Außenstellen wegfallen und durch eine geschickte Verschiebung der Einzugsgebiete zusätzlich Kosten eingespart werden, sind sie sicher. Die Jorker Haupt- und Realschule würde von der Zusammenlegung ebenfalls profitieren. Beim Landkreis traf das Konzept nicht auf Sympathie. Trotz einer Zusage sei nicht geprüft worden, ob es sich rechne, kritisierte Andrich-Stich. Beim Fachausschuss lief die Elternvertreterin dagegen offene Türen ein. Das Zahlenwerk konnten die Politiker zwar nicht sofort beurteilen, doch dass das Konzept eines Altländer Gymnasiums am Schulstandort Lühe weiter verfolgt werden sollte, sofern es kostenneutral sei, darüber waren sie sich schnell einig.

Artikel erschienen am: 10.10.2003


Gymnasium für das Alte Land

Schulelternrat will Mütter und Väter befragen – Kritik am Landkreis Stade

Jork (bv). Die Eltern lassen nicht locker – und fordern weiterhin ein Altländer Gymnasium. Vor der Kreistagssitzung am Montag haben die Elternvertreter noch einmal deutlich gemacht, dass die geplanten gymnasialen Außenstellen in Stade und Buxtehude „nicht akzeptabel sind“.

Die stellvertretende Vorsitzende des Schulelternrats der Grundschule Jork, Andrea Sundermann, kündigte gegenüber dem TAGEBLATT an, dass die Elternvertreter im kommenden und im darauf folgenden Jahr eine umfangreiche Befragung der Eltern von Grundschülern und Kindergarten-Kindern durchführen werden. „Wir wollen wissen, wie stark der Wunsch nach einem Altländer Gymnasium ist, das von den Gemeindeelternräten Jork und Lühe gefordert wird“, sagt Andrea Sundermann. Die Eltern im Alten Land seien von Kreispolitik und -verwaltung enttäuscht: „Über unsere Köpfe hinweg wird entschieden, das Wohl unserer Kinder hat offenbar niemand bei der Schulstrukturreform im Auge.“
Das Alternativmodell Altländer Gymnasium hätte wenigstens geprüft werden müssen. Es sei aber noch nicht vom Tisch. In spätestens zwei Jahren werde der Landkreis einsehen, dass die Altländer Lösung sinnvoller sei, als Schüler der 5. und 6. Klassen in die Städte zu karren. Neben dem Kosten-Aspekt spreche auch pädagogisch alles für ein Altländer Gymnasium. Und: (Fach)-Räume und Lehrer seien vorhanden.

Artikel erschienen am: 13.12.2003 Jetzt haben Eltern das Wort

Fragebogen-Aktion in Lühe und Jork

Altes Land (bv). Jetzt haben die Eltern das Wort – der Samtgemeindeelternrat Lühe und der Gemeindeelternrat Jork haben eine Fragebogen-Aktion gestartet. „Wir sorgen uns um eine ausreichende Unterrichtsversorgung unserer Kinder an den Schulzentren Jork und Lühe sowie an den Gymnasien in Stade und Buxtehude“. Ihr Ziele: Die Schulstandorte sowie die Lehrer- und Fächerversorgung sichern.

Gefragt wird, ob die Eltern – im Sinne einer besseren Unterrichtsversorgung – für die Zusammenlegung der Haupt- und Realschulen Jork und Lühe sind oder ob sie die Einrichtung eines Altländer Gymnasiums wünschen. Außerdem sollen sie ein Votum über mögliche Standorte abgeben.
Mit dem Ausfüllen des Fragebogens bis zum 6. Mai könnten die Eltern im Alten Land ihren Willen unmittelbar zum Ausdruck bringen, die Zukunft der Kinder und Schulen gestalten. Das Ergebnis soll an Politik und Verwaltungen gehen, damit die Gremien dem Elternwillen folgen, so ihre Hoffnung. Nur der Elternrat des SZ Jork hat die Befragung abgelehnt.

Artikel erschienen am: 01.05.2004


Altländer fordern Gymnasium

Elternvertreter der Samtgemeinde Lühe und der Gemeinde Jork präsentieren Ergebnis ihrer Umfrage

Altes Land (bv). Die Eltern in der Samtgemeinde Lühe und der Gemeinde Jork haben abgestimmt. Ihre Forderung ist eindeutig: Die Politik soll ein Gymnasium im Alten Land auf den Weg bringen. Bei einer Umfrage der Elternvertretungen aus Lühe und Jork votierten 90 Prozent der Eltern von Grundschülern für ein Gymnasium, an den beiden Schulzentren sprachen sich 77,5 Prozent der Eltern für diese Forderung aus. Ein Ziel: Dass 2005 ein Altländer Gymnasium bei der Fortschreibung des Kreis-Schulentwicklungsplans berücksichtigt wird, unterstrich Rainer Seliger.

Die Mehrheit der Eltern unterstützte die Umfrage der Elternvertretungen der Samtgemeinde Lühe und der Gemeinde Jork. Der Beweis: An den Grundschulen beteiligten sich fast 80 Prozent der Eltern, an den beiden Schulzentren immerhin 60,6 Prozent. Das Schulzentrum Jork hatte sich zunächst gegen eine Befragung der Elternschaft ausgesprochen. „Wir hoffen, dass die hohe Beteiligung den Politikern zeigt, dass Forderungen und Wünsche seitens der Eltern – im Interesse der schulpflichtigen Kinder – nicht einfach unter den Tisch fallen dürfen“, sagte einer der Mitinitiatoren der Fragebogen-Aktion, Elternsprecher Rainer Seliger aus Jork, jetzt dem TAGEBLATT.
Eine weitere Frage zielte auf eine Zusammenlegung der beiden existierenden Schulzentren im Alten Land – um letztlich eine bessere Unterrichtsversorgung mit mehr Lehrern und einem breiten Angebot an Fächern zu erreichen. Das Ergebnis überrascht – vermutlich – nicht nur Politiker: Immerhin 85 Prozent der Grundschul-Eltern könnten sich unter dieser Voraussetzung eine Zusammenlegung der beiden Schulzentren vorstellen. Und: Auch 77 Prozent der Eltern (Basis: Schuljahr 2003/2004), deren Kinder bereits ein Schulzentrum besuchen, würden diesen Vorschlag unterstützen.

Artikel erschienen am: 10.09.2004


Eltern präsentieren Umfrage

Wunsch nach einem Altländer Gymnasium: Verwaltung prüft Wege

Steinkirchen (sal). Ein Gymnasium im Alten Land wünschen die Eltern in der Samtgemeinde Lühe und der Gemeinde Jork. Das Ergebnis ihrer Umfrage präsentierten die Elternvertreter am Montagabend dem Schulausschuss der Samtgemeinde Lühe. Das Ergebnis der Beratung im Fachausschuss: Die Lüher Verwaltung wurde beauftragt, sich mit der Verwaltung in Jork zusammenzusetzen. Gemeinsam sollen sie Wege prüfen, wie das Ziel umgesetzt werden könnte. Der Elternwille ist eindeutig: Bei einer Umfrage der Elternvertretungen aus Lühe und Jork hatten die Eltern von Schülern an den Grundschulen und beiden Schulzentren im Alten Land für ein Gymnasium votiert (das TAGEBLATT berichtete). Auch für eine Zusammenlegung der beiden Schulzentren im Alten Land, um eine bessere Unterrichtsversorgung und ein breites Fächerangebot zu erreichen, sprachen sich die Eltern aus. Bei der Wahl des Standorts Lühe oder Jork wurde der Wohnort favorisiert. Vielen Eltern war der Standort aber auch egal.

Artikel erschienen am: 24.11.2004 Gymnasium: Horneburg im Spiel

Nach Absage an den Standort Stade-Hahle: Hinter den Kulissen werden die Karten für einen Neubau neu gemischt

Kreis Stade (sh/ccs). Die Augen der Schulplaner im Kreishaus richten sich jetzt gen Süden: Nach Informationen des TAGEBLATT gibt es eine neue Variante in der Schulentwicklung. Nach der Entscheidung in Stade, den Standort Hahle für eine Verlagerung des Vincent-Lübeck-Gymnasiums (VLG) nicht zur Verfügung zu stellen, scheint ein neues Gymnasium im Südkreis wahrscheinlich. Und das könnte gut in Horneburg stehen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Die Information sickerte von höchster Stelle zum TAGEBLATT durch. Erst predigte Gunter Armonat am Sonntag als Laie von der Kanzel, anschließend äußerte sich der Landrat im kleinen Kreise zur aktuellen Schuldebatte. Die Ablehnung der Hahler Variante durch die Stader Gremien sei ein guter Ansatz für vollkommen neue Lösungen, sagte er da, und dass man jetzt womöglich über ein weiteres Gymnasium nachdenken müsse, statt in der Glückstädter Straße das VLG zu erweitern.
Diese Äußerungen bestätigte Armonat am Dienstag auf Nachfrage: „Wir denken über Alternativen nach.“ Schließlich gebe es neben den fehlenden 27 Räumen für das VLG auch am Athenaeum einen Bedarf von weiteren zwölf bis 15 Räumen. „Da müssen wir nachhaltig und in die Zukunft gerichtet planen.“ Der Bau eines weiteren Gymnasiums sei auch im Sinne der Stader Gymnasien, „die können ja nicht ins Unendliche expandieren“, so Armonat.
Über den möglichen Standort eines Schulneubaus mochte Armonat sich nicht äußern. Aber die demographische Entwicklung zeige, „dass der Südkreis der Schwerpunkt der Betrachtung ist“. Ein „Gymnasium Altes Land“ werde sicher wieder Thema.
Ob ein „Gymnasium Altes Land“ allerdings direkt im Alten Land stehen müsste, ist damit nicht gesagt. Nach Jork und Lühe wird jetzt Horneburg sowohl in der Schulbehörde als auch von Kreispolitikern als hoch interessante Alternative diskutiert.
Angesichts der Emotionen, die das Thema immer wieder auslöst, äußert sich Richard Wilke ausdrücklich nicht als CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, sondern „als einfaches Horneburger Kreistagsmitglied“. Horneburg, so der Christdemokrat, sei nicht nur aus Gründen der guten Verkehrsanbindung (S-Bahn ab 2007, zentrale Lage) ein guter Standort für ein neues Gymnasium. Der Ort könne sogar bereits an den Sportanlagen Hermannstraße oder anderswo den Bauplatz für die weiterführende Schule anbieten, so Wilke. Da über die Einzugsbereiche der Gymnasien für die Schulentwicklungsplanung ohnehin nachgedacht werden müsse, könnte er sich für Horneburg neben dem Einzugsbereich Jork/Lühe/Horneburg alternativ auch einen Einzugsbereich Fredenbeck/Horneburg/Lühe vorstellen. Als Fraktionssprecher antwortet Wilke diplomatisch: „Die Kreisverwaltung muss jetzt alle Lösungsmöglichkeiten, ob innerhalb Stades oder außerhalb prüfen.“
Das VLG könnte vorerst leer ausgehen. Nach Auskunft Armonats würden zwar weiterhin die Kosten einer Erweiterung des Gymnasiums vor Ort sowie alternative Standorte geprüft. Aber Landrat schränkt ein: „Das Vincent-Lübeck-Gymnasium ist mit seiner Außenstelle in Hahle betriebsbereit.“ Aus Sicht der Kreisverwaltung ist dagegen der Bedarf der Berufsbildenden Schulen – dort fehlen 41 Räume – das dringlichste Problem.

Artikel erschienen am: 16.11.2005


Gymnasium: Jetzt geht der Streit los

TAGEBLATT-Bericht löst heftige Reaktionen aus

Kreis Stade (ccs/bv). Horneburg bemüht sich intensiv um den Bau eines neuen Gymnasiums für den südlichen Landkreis Stade. Das bestätigte Rathaus-Chefin Hilke Harms (CDU) am Mittwoch als Reaktion auf einen TAGEBLATT-Bericht vom gleichen Tag. Im Alten Land löste der Beitrag zu den Überlegungen für ein Horneburger Gymnasium Proteste aus.

„Ein Gymnasium für Schülerinnen und Schüler aus dem Alten Land und aus den Gemeinden des Geestrandes hätte in Horneburg den idealen, zentralen Standort“, bekräftigte Samtgemeindebürgermeisterin Harms. Sie bestätigte, dass bei einem Gespräch im Kreishaus am 7. November die Idee mit dem Ersten Kreisrat Michael Roesberg, sowie mit ihren Kollegen Günter Schargus (Lühe) und Rolf Lühmann (Jork) erörtert worden sei. Auch Elternvertreter hätten an dem Gespräch teilgenommen. Harms geht davon aus, dass sich auch der Horneburger Samtgemeinderat hinter die Bemühungen für ein Gymnasium im Ort stellt.
Unterdessen haben sich auch die Altländer zu Wort gemeldet. Rolf Lühmann (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Jork: „Bevor Horneburg als Standort geprüft wird, muss der Landkreis Stade – wie von Roesberg versprochen – erst einmal prüfen, ob ein Gymnasium Altes Land im Schulzentrum Jork oder in Lühe eingerichtet werden kann.“ Roesberg habe bei dem Treffen mit Harms und Schargus zugesagt, Schülerzahlen, Kosten und Raumbedarf an diesen Standorten vorrangig zu prüfen. Lühmann hält am Alten Land fest – Stichwort Elternwille.
Der Fraktionsvorsitzende der Jorker CDU, der Kreistagsabgeordnete Hinrich Rohbohm: „Das mit Horneburg ist ein starkes Stück. Das ist Amigo-Politik. Wilke nutzt seine Position als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion aus, um seinem Heimatort Horneburg ein Gymnasium zuzuschanzen.“ Weder Wilke noch Roesberg seien berechtigt, dies zu forcieren: „Im Kreisschulausschuss wurde auch von Roesberg betont, dass nach Harsefeld das Alte Land an der Reihe wäre.“ Rohbohm vermutet, dass Wilke, Harms und Roesberg unter einer Decke steckten. „Im Alten Land gibt es ausreichend Schulraum“, sagt auch Jörn Hollstein von der Arbeitsgruppe „Gymnasium Altes Land“, einer Initiative von Eltern aus Lühe und Jork. „Unsere Befragung belegt, dass 90 Prozent der Eltern von Grundschulkindern ein Gymnasium mit Standort in Jork oder Steinkirchen befürworten.“ Auch in Randbezirken wie Estebrügge und Hollern-Twielenfleth fiele das Ergebnis eindeutig aus. Hollstein: „Wir Altländer haben keine Beziehungen zu Horneburg, gleichwohl wären die Horneburger eingeladen, bei uns zur Schule zu gehen.“

Artikel erschienen am: 17.11.2005


Jork und Lühe einig

Schargus: Von Horneburger Aktivität überrascht

Jork/Lühe (bv). „Wir werden gemeinsam mit Jork an einem Strang ziehen – egal, ob das Gymnasium in Steinkirchen, Jork oder auf der Grenze an der L 140 bei Mittelnkirchen steht“, sagt Samtgemeindebürgermeister Günter Schargus. Mit Bürgermeister Rolf Lühmann (CDU) sei er sich einig: Der Standort Horneburg sei inakzeptabel, eine Altländer Lösung sei günstiger – auch in Sachen Schülerbeförderung. Schargus: „Das Vorpreschen von Harms hat uns überrascht.“ Diese hatte zu dem Treffen mit dem Ersten Kreisrat Michael Roesberg bereits „einen Lageplan mitgebracht und vorgeschlagen, ein Gymnasium am Sportzentrum zu errichten.“ Die Aktivitäten in Richtung Horneburg hätten ihn überrascht – vor allem die Verquickung mit der Vincent-Lübeck-Schule. Roesberg habe versichert, dass ein Altländer Gymnasium 2007 Thema beim Schulentwicklungsplans wird. „Ich würde mich freuen, wenn das Gymnasium im Alten Land steht. Aber der Elternwille ist nicht alles, wir müssen auch an Kosten denken – und wertfrei einen Standort in Horneburg, Lühe oder Jork prüfen. Wir müssen Horneburg mit ins Boot holen. Wir arbeiten ja auch beim Abwasserzweckverband zusammen“, so Vize-Landrat Gerd Lefers (KWG), selbst Jorker.

Artikel erschienen am: 18.11.2005


Bürgermeister lehnen Horneburg ab

Kommunen sind sich einig – Vize-Landrat Gerd Lefers (KWG) schert aus

Jork/Lühe (bv). „Wir werden gemeinsam mit der Gemeinde Jork an einem Strang ziehen – egal, ob das Gymnasium in Steinkirchen, Jork oder auf der Grenze an der L 140 bei Mittelnkirchen steht“, sagt Lühes Samtgemeinde-Bürgermeister Günter Schargus. Mit Jorks Bürgermeister Rolf Lühmann (CDU) sei er sich einig: Der Standort Horneburg sei inakzeptabel, eine Altländer Lösung sei günstiger – auch in Sachen Schülerbeförderung. Schargus: „Das Vorpreschen von Harms hat uns überrascht – vor allem die Verquickung mit der Vincent-Lübeck-Schule.“ Harms hatte zu dem Treffen mit dem Ersten Kreisrat Michael Roesberg bereits „einen Lageplan mitgebracht und vorgeschlagen, ein neues Gymnasium am neuen Sportzentrum zu errichten.“ Roesberg habe versichert, dass ein Altländer Gymnasium 2007 Thema bei der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans wird. „Ich würde mich freuen, wenn das Gymnasium im Alten Land steht. Aber der Elternwille ist nicht alles, wir müssen auch an die Kosten denken – und wertfrei einen Standort in Horneburg, Lühe oder Jork prüfen. Wir müssen Horneburg mit ins Boot holen“, betont der stellvertretende Landrat Gerd Lefers (KWG), Jork. Die Ratsfraktionen in Jork stehen geschlossen hinter einem Altländer Gymnasium. „Wir müssen gemeinsam Stärke zeigen“, sagt Klaus Hubert (Bürgerverein Jork). „Es geht um die Bildungschancen der Kinder, kleine Schulen sind besser. Es kann nicht sein, dass Horneburgs Bürgermeisterin Hilke Harms einen Bonbon für die Wiederwahl sucht“, sagt Harm-Paul Schorpp (Grüne). Monika-Tegtmeyer-Casper (SPD): „Horneburg wäre die schlechteste aller Lösungen, gerade mit Blick auf die Schüler, die in den Randbereichen des Alten Landes zuhause sind.“

Artikel erschienen am: 18.11.2005


Gymnasium-Streit: Jetzt schalten sich die Eltern ein

Arbeitsgruppe im Alten Land lehnt Horneburg als Standort ab – Jork oder Steinkirchen als Alternative genannt

Altes Land. (bv). Eltern und Politiker im Alten Land gehen auf die Barrikaden – und halten an ihrem Ziel fest, ein Gymnasium in Jork oder Steinkirchen zu schaffen. Die Arbeitsgruppe „Gymnasium Altes Land“ der Elternvertretung hat jetzt ein Positionspapier „Pro Gymnasium“ vorgelegt.

„Ein Gymnasium Altes Land in Steinkirchen oder Jork bedeutet die Stärkung und langfristige Sicherung der Schulstandorte in den Gemeinden“, betont Sprecher Jörn Hollstein. Außerdem würde – Stichwort Außenstellen – die Raumnot an Halepaghen-Schule und Athenaeum ein Ende haben. Der Lehrertourismus zwischen den Standorten würde gestoppt, das käme der Unterrichtsversorgung zugute. „Außerdem empfiehlt selbst das Land Niedersachsen wegen der Unterrichtsqualität die Einrichtung von drei- bis vierzügigen Gymnasien“, sagt Hollstein. Kleinere Gymnasien seien attraktiver für Schüler und Eltern. „Es ist hinlänglich bekannt, dass an diesen Schulen das soziale Konfliktpotenzial unter Schülern geringer ist“, sagt der Sprecher der Initiative. Ein weiterer Vorteil: Kurze Wege, dadurch würden die Fahrzeiten geringer. Hollstein: „Daraus ergeben sich bessere schulische Leistungen, Teilnahmemöglichkeiten an AGs und Nachmittagsveranstaltungen, soziale Kontakte sowie ein für die Schüler deutlich höherer Freizeitwert.“
Hinzu komme, dass die ländliche Bevölkerung aufgrund der längeren Fahrzeiten dazu neige, die Kinder nicht aufs Gymnasium zu schicken. Dies stehe im Widerspruch zum Sinn der Schulreform. Die Altländer Eltern und Schüler würden sich eindeutig mit einer Altländer Schule identifizieren. Ein neues Gymnasium biete neue Chancen und neues Motivationspotenzial für Schüler – und Eltern. „Ein Gymnasium könnte eine neue kulturelle Keimzelle im Alten Land werden“, sagt Hollstein und ergänzt: „Es gilt, den ländlichen Raum zu stärken, auch das Alte Land soll Weltkulturerbe werden.“
Auch eine gemeinsame Haupt- und Realschule im Alten Land hätte ihre Vorteil. Größere Schülerzahlen an einer starken Haupt- und Realschule ermöglichten eine bessere Ausbildung mit mehr Möglichkeiten, unter anderem in Wahlpflichtfächern. Speziell bei Hauptschülern werde so das Gefühl ‚Restschule‘ vermieden. Das würde auch die Altländer Schulstandorte (Jork und Steinkirchen) durch eine starke Haupt- und Realschule stärken.
„Die Einrichtung eines Altländer Gymnasiums und die Zusammenlegung der Haupt- und Realschulen sind nahezu kostenneutral realisierbar“, sagt Hollstein. Fachräume und Sportstätten seien vorhanden. Die überquellenden Gymnasien in Buxtehude und Stade würden sofort entlastet: „Vor dem Hintergrund leerer Kassen ist eine Altländer Lösung daher eine vernünftige und intelligente Lösung.“
Der Elternwille sei eindeutig: Eine Befragung der Elternvertretung habe gezeigt, dass 90 Prozent der Grundschuleltern ein Altländer Gymnasium befürworteten.

Artikel erschienen am: 18.11.2005


Gymnasium-Streit: Eltern treffen sich

Altländer und Horneburger an einem Tisch – Gemeinsame Basis ausloten

Horneburg/Jork (bv). Die Eltern setzen im Gymnasium-Streit ein Zeichen. „Elternvertreter aus Horneburg werden sich am Donnerstag mit Sprechern der Arbeitsgruppe ‚Gymnasium Altes Land‘ treffen“, sagt Peter Schleßelmann von der Schul-Elternvertretung der Samtgemeinde Horneburg.

„Wir wollen eine sachliche Diskussion – und ausloten, ob es möglicherweise eine gemeinsame Basis gibt“, sagt Peter Schleßelmann. Mit den Elternsprechern aus der Samtgemeinde Lühe und der Gemeinde Jork sind sich die Horneburger einig. „Die Eltern müssen am Planungsprozess beteiligt werden.“ Der Elternwille müsse untersucht werden – in der Samtgemeinde Horneburg und im Alten Land. Schließlich wisse niemand, ob beispielsweise die Nottensdorfer, Agathenburger oder Dollerner sich bei der Frage eines möglichen Standorts mit den Horneburger Eltern einig sind. Standorte müssten sachlich geprüft werden und nicht gegen, sondern mit der Elternschaft von der Politik diskutiert werden. Das gelte auch für eine spätere Festlegung. Kleine Schulen hätten Vorteile, es gehe aber auch um den Schülerverkehr. „Ein Retorten-Gymnasium wird es mit uns nicht geben. Das schließen wir kategorisch aus“, spielt Schleßelmann auf den von Lühe ins Spiel gebrachten Standort bei Mittelnkirchen aus. Die Variante „Horneburg“ sei sehr interessant. Statt wie einige Politiker mit Eiern zu werfen, sollten die Eltern im Interesse ihrer Kinder kooperieren.

Artikel erschienen am: 19.11.2005


Landrat bremst die Debatte

Streit um Standort für Gymnasium verfrüht – Schulausschuss im Januar
Kreis Stade (wst). „Die Olympischen Spiele wollen auch alle“ – Landrat Gunter Armonat hat Verständnis für die aufgeregten Lokalpolitiker, die nach dem Scheitern des Roesberg-Planes in Stade alle ein neues Gymnasium vor Ort haben möchten. Gleichwohl will er die Debatte bremsen. Vor dem nächsten Schulausschuss am 16. Januar gebe es keinerlei Festlegungen.

Nachdem der erste Roesberg-Plan mit einem neuen Gymnasium in Stade-Hahle gescheitert war, preschten in der vergangenen Woche die Horneburger vor, was dann in der Reaktion aus Jork (CDU-Kreistagsmitglied Hinrich Rohbohm) mit „Amigo-Politik“ bezeichnet worden war. Armonat: „So würde ich das nie nennen, denn es ist doch legitim, wenn Standorte ins Gespräch gebracht werden.“ So ein Begriff sei negativ behaftet und vollkommen überzogen.
Dass sich die politischen Gremien jetzt über Gymnasien im Alten Land oder Horneburg Gedanken machten, sei doch klar. Der Zeitpunkt sei genau richtig, um über die Schullandschaft der Zukunft zu reden. Armonat: „Dazu soll die Politik mit Daten und Fakten vorbereitet werden, wie wir das auch zum Thema Hahle gemacht haben.“ Der Landrat: „Es gibt derzeit aber überhaupt keine Präferenzen für einen Standort.“
Die bisherige Debatte sei „sicherlich etwas überbewertet.“ Horneburg sei ebenso vorstellbar wie das Alte Land oder Stade. Der Landrat: „Vorstellbar ist alles.“ Dabei müsse aber auch der Standort Vincent-Lübeck-Schule weiter im Auge behalten werden.
Die Diskussionen in der vergangenen Woche seien sicherlich nicht falsch gewesen, aber „zumindest sehr verfrüht, bei der Beurteilung der konkreten Lösungsvorschläge“. Auch die Landkreisverwaltung selbst sei sich noch längst nicht in der Bewertung der Sachlage einig. Mit den Schulleitern der Stader Gymnasien habe sich die Kreisverwaltung am vergangenen Freitag geeinigt, dass in einer Schulausschusssitzung am 16. Januar über den weiteren Fortgang beraten werde – noch nicht über Lösungen, denn weitere detaillierte Untersuchungen müssten noch in Auftrag gegeben werden.
Bei aller Aufgeregtheit um einen Standort der Gymnasien dürfe nicht vergessen werden, dass der Kreis bei den Berufsbildenden Schulen in der Pflicht stehe „und sehr schnell mit Maßnahmen anfangen werde, um die Raumsituation zu verbessern“.

Artikel erschienen am: 22.11.2005


Positionierung in Sachen Gymnasium

Jork: Politik drängt auf Schulausschuss-Sitzung
Jork (bv). Bürgerverein, SPD und Grüne ziehen an einem Strang in Sachen „Altländer Gymnasium“. Die drei Fraktionen haben die Einberufung des Schulausschusses der Gemeinde Jork beantragt. Dass Bürgermeister Rolf Lühmann (CDU) den Antrag nicht auf die Tagesordnung der Ratssitzung am Mittwoch, 21. Dezember, 18 Uhr, im Störtebeker gesetzt hat, sorgt für Irritationen.

„Wir halten es für notwendig, dass sich Jork, beziehungsweise das Alte Land in Sachen ‚Gymnasium’ positioniert“, sagt die Fraktionsvorsitzende der SPD Monika Tegtmeyer-Casper. Gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Schülervertretern müsse sich die Politik eine Meinung bilden – auch in Sachen Angebot, Standort und Räumlichkeiten. „Das ist keine Angelegenheit der Politik allein, wir müssen und werden die Betroffenen einbinden“, sagt der Fraktionschef der Grünen Harm-Paul Schorpp.
„Wir Jorker müssen unsere Position vor der gemeinsamen Ratssitzung mit Lühe, die im Februar stattfinden soll, erarbeiten“, sagt der Fraktionsvorsitzende des Bürgervereins Jork Klaus Hubert. Einig sind sich SPD, Grüne und Bürgerverein, dass „Horneburg als Standort keine Alternative für ein Altländer Gymnasium ist“. Eine Kooperation sei aber nicht ausgeschlossen. Hubert: „Es freut uns, dass auch die CDU Jork auf den Zug aufgesprungen ist. Eines ist aber klar, Alleingänge des Bürgermeisters werden wir nicht dulden.“ Und: Der Schulausschuss müsse schnellstmöglich tagen.

Artikel erschienen am: 13.12.2005


CDU begrüßt den Vorstoß

Einheitliche Altländer Position erarbeiten

Jork (bv). „Wir begrüßen den Vorstoß von Bürgerverein, SPD und Grünen in Sachen Gymnasium“, sagt CDU-Fraktionschef Hinrich Rohbohm. „Wir sitzen mit im Boot. Schließlich haben wir bereits im Mai 2002 ein Altländer Gymnasium mit Oberstufe gefordert, was leider damals von SPD, Grünen und Bürgerverein noch abgelehnt worden ist.“ Diese hätten damals letztlich eine Gesamtschule favorisiert, „was zum Glück scheiterte“. Jetzt müsse in Jork und Lühe zügig eine einheitliche Altländer Position erarbeitet werden. Und: Die Junge Union Lühe/Horneburg und Buxtehude/Altes Land habe für ein „Altländer Gymnasium“ votiert, betont der JU-Sprecher Udo Feindt.

Artikel erschienen am: 14.12.2005


Kreis als Träger

Fürs Gymnasium

Lühe (coq). „Wir wollen ein Gymnasium Altes Land – in Trägerschaft des Landkreises“, meinte der Rat der Samtgemeinde Lühe am Mittwochabend einhellig. Entsprechend soll jetzt die Verwaltung beim Landkreis Stade vorstellig werden, damit der Raumbedarf dafür festgestellt und der Einzugsbereich geklärt werden.

Die beabsichtigten Gespräche mit der Nachbargemeinde Jork über das im Alten Land erhoffte Gymnasium haben zwischenzeitlich stattgefunden und den Schilderungen im Samtgemeinderat zufolge große Einhelligkeit gebracht. Einig war man sich dort auch, dass eine eigene Trägerschaft nicht leistbar wäre. Allerdings verfüge man über die notwendigen Flächen, auf denen das Gymnasium entstehen könne.
Klar waren sich die Mitglieder des Gremiums darüber, dass ein Gymnasium im Alten Land nur unter zwei Voraussetzungen eine Chance habe: Wenn der Kreis Träger werde und in Stade keine Erweiterung der bestehenden Gymnasien betrieben werde. Die Attraktivität des Alten Landes würde mit Gymnasium auf jeden Fall steigen. So sollen die Gespräche mit Jork fortgeführt werden.

Artikel erschienen am: 16.12.2005 Gymnasium – Streit hinter den Kulissen

Jork: Mehrheitsgruppe erzwingt eine öffentliche Schulausschuss-Sitzung

Jork (bv). Der Wunsch nach einem Gymnasium im Alten Land eint die Politik – auch in der Gemeinde Jork. Trotzdem: Hinter den Kulissen gibt es Streit über die Schulausschuss-Sitzung am kommenden Montag im Schulzentrum Jork. Die Mehrheitsgruppe aus Bürgerverein, Grünen und SPD setzte sich gegen Bürgermeister Rolf Lühmann (CDU) durch – und erreichte, dass interessierte Eltern, Schüler und Bürger nicht ausgesperrt werden; lediglich die Debatte über potenzielle Standorte wird hinter verschlossenen Türen geführt; hier geht es um Grundstücksfragen.

„Wir dürfen die Öffentlichkeit bei diesem Thema nicht generell ausschließen – die Beratung über die Einrichtung eines Altländer Gymnasiums ist öffentlich zu führen. Die Bürger haben ein Recht auf Information“, betont der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Harm-Paul Schorpp. „Der Bürgermeister sollte sich intensiver mit der Niedersächsischen Gemeindeordnung beschäftigen“, rät die Fraktionsvorsitzende der SPD, Monika Tegtmeyer-Casper. Das gelte auch für den Schulausschuss-Vorsitzenden Peter Rolker (FDP). Im Übrigen müssten die Grundstücksfragen auch im Planungs- und Finanzausschuss noch einmal beraten werden – nicht öffentlich. Bürgermeister Rolf Lühmann (CDU) hatte den Ausschluss der Öffentlichkeit befürwortet, weil es am Montag nicht nur um Grundstücksfragen, sondern auch um eine Positionierung der Gemeinde Jork geht – und letztlich die Strategie. „Mein Ziel ist es, das Jork und Lühe beim ‚Gymnasium Altes Land‘ mit einer Zunge sprechen“, betont Lühmann mit Blick auf die gemeinsame Ratssitzung mit der Samtgemeinde Lühe am Donnerstag, 2. Februar. Der Wunsch nach einem „Gymnasium“ sei nicht einfach um- und durchzusetzen.
Gemeinsam für ein Gymnasium im Alten Land, „das ist auch unser Ziel“, sagt Klaus Hubert (Bürgerverein Jork), doch das rechtfertige nicht eine Geheim-Sitzung. Deshalb stellten die drei Fraktionen einen Eilantrag. Resultat: Am Montag, 30. Januar, dürfen die Bürger ab 19.15 Uhr im Schulzentrum Jork dabei sein.
Trotzdem. In der Sache sind sich alle einig. „Wir wollen das Gymnasium – im Alten Land“, sagt der Vorsitzende des Schulausschusses, Peter Rolker. Der Liberale gehört der CDU/FDP-Gruppe an. Der Vorstoß der drei anderen Fraktionen sei „offenbar ein Vorgeschmack auf den Kommunalwahlkampf und der Sache nicht dienlich.“ Ähnlich verhalte es sich mit den Plänen aus Horneburg. Rolker: „Ich sehe nicht, dass die Interessen von Schülern und Eltern bei der Planung berücksichtigt wurden. Hier geht’s darum, Immobilien loszuschlagen und Geld in den Flecken zu bekommen.“ Die Schüler-Zahlen seien eindeutig: Lühe und Jork könnten ein dreizügiges Gymnasium auf die Beine stellen – sofern der Landkreis Stade sein Okay gibt. Rolker (FDP): „Ich frage mich, wo Horneburg die Schüler herbekommen will – ohne uns?“ Letztlich bleibe es bei dem Ziel, auch Horneburg mit ins Boot zu bekommen. Dass Horneburg den Namen „Altes Land“ okkupiert hat, stößt sauer auf. Hubert: „Das Vorpreschen Horneburgs hat uns überrascht – gelinde ausgedrückt.“ Gleichwohl müssten alle Fragen sachlich geprüft werden; das gelte auch für die Wahl des Standorts, die Schülerzahlen, den Elternwillen und die Kosten. „Niemand sollte vorpreschen“, sagt Monika Tegtmeyer-Casper (SPD). Es gelte letztlich, den Kreis zu überzeugen.
Jörn Hollstein, Sprecher der von den Schulelternvertretungen aus Lühe und Jork gebildeten Arbeitsgruppe ‚Gymnasium Altes Land‘, hat die Präsentation der Horneburger Pläne überrascht: „Was wir wollen, ist eine ergebnisoffene Prüfung eines Standorts.“ Alles spreche für das Alte Land. Der Elternwille in Lühe und Jork sei im Übrigen eindeutig und dürfe bei der Diskussion nicht vergessen werden. Fakt sei, dass eine Befragung durch die Elternvertretung gezeigt habe, „dass 90 Prozent der Grundschuleltern ein Gymnasium im Alten Land befürworteten“.
Artikel erschienen am: 28.01.2006


Altländer sind offen für die Horneburger

Jorker: Gymnasium Altes Land nicht auf die Geest

Jork (bv). Der Schulausschuss der Gemeinde Jork hat am Montag unter Vorsitz von Peter Rolker (FDP) einstimmig eine Resolution für ein Gymnasium im Alten Land verabschiedet. Es soll in Jork auf dem Gelände des Schulzentrums realisiert werden. Diesen Wunsch richten die Jorker an ihre Nachbarn in Lühe – und in Horneburg.

„Wir wollen ein Gymnasium Altes Land“ – das ist der Leitsatz des Beschlusses, der am morgigen Donnerstag, 2. Februar, ab 19.30 Uhr im Hotel „Altes Land“ in der Schützenhofstraße bei der gemeinsamen Ratssitzung von Jork und Lühe neben dem Weltkulturerbe zum Thema wird. In der Sitzung des Schulausschusses – der öffentliche Teil war nach der Vorarbeit hinter verschlossenen Türen bereits nach wenigen Minuten zu Ende – machte der Vorsitzende der Schulelternvertretung der Gemeinde Jork, Klaus Minners, deutlich, dass ein „Gymnasium Altes Land auch im Alten Land stehen muss.“ Vier weitere Punkte umfasst der Beschluss. Politik, Eltern und Schüler waren sich einig, dass bei einer Realisierung eines Altländer Gymnasiums die vor Ort bestehenden Schulformen – sprich die Haupt- und Realschule im Schulzentrum Altes Land in Jork – unbedingt erhalten bleiben müssen (Punkt 2). „Wir können in diesem Punkt nur für Jork sprechen“, betonte Bürgermeister Rolf Lühmann (CDU). Außerdem bestand Einigkeit, dass der künftige Einzugsbereich eines Gymnasiums die Samtgemeinde Lühe und die Gemeinde Jork „komplett“ umfassen muss, gegebenenfalls könne Horneburg dazustoßen (Punkt 3).
Der Landkreis Stade wurde aufgefordert, keine Fakten im Vorfeld einer Entscheidung zu schaffen (Punkt 4). Erst müsse über ein Gymnasium Altes Land entschieden werden. Das bedeute, dass die diskutierte Erweiterung von Gymnasien in der Stadt Stade nicht in Angriff genommen werden dürfe; Athenaeum und Vincent-Lübeck-Schule haben Bedarf angemeldet. Außerdem setzten die Jorker ein Zeichen in Richtung Lühe. Einstimmig favorisierte der Schulausschuss einen Standort in Jork (Punkt 5). Ins Auge gefasst haben Politik und Verwaltung das Schulzentrum Altes Land in Westerjork.
Letztlich wird der Landkreis Stade – originärer Träger der Gymnasien – bei der vom Ersten Kreisrat Michael Roesberg angekündigten Fortschreibung des Schulentwicklungsplans ab Ende 2006 die Weichen stellen. Der Kreistag müsste die Millionen auftreiben. Bürgermeister Lühmann ganz offen: „Wir haben einen Wunsch, aber kein Geld, ihn selbst zu finanzieren.“ Das sei, wie in Harsefeld, letztlich Landkreis-Aufgabe.

Artikel erschienen am: 01.02.2006


Horneburg will bei Gymnasium Konsens

Einstimmiges Votum im Ausschuss – Alpers-Janke (CDU) wünscht sich Gespräche mit dem Alten Land

Kreis Stade/Horneburg (ccs). Das einstimmige Signal der Politiker im Schulausschuss der Samtgemeinde für ein Gymnasium in Horneburg wurde am Dienstagabend getrübt: Lehrervertreterin Brigitte von Maercker, aber auch Elternvertreterin Martina Rogge äußerten – für die übrigen Ausschuss-Mitglieder und Zuhörer überraschend – Vorbehalte.

Einen doppelten Gewinn für die Samtgemeinde Horneburg erwartet hingegen CDU-Fraktionssprecher Hans Alpers-Janke von einem Gymnasium in Horneburg, verbunden mit einer als Ganztagsangebot organisierten Haupt- und Realschule. Auch für die Nachbarorte sieht der Christdemokrat „positive Folgen“. Alpers-Janke in Richtung Altes Land: „Wir wollen aber Gespräche mit allen interessierten Nachbarn führen und eine Lösung im Konsens finden“. Inhaltlich und zeitlich ein weiter Weg, räumt Alpers-Janke ein. SPD-Sprecher und Realschullehrer Frank Krüger unterstützt ein Gymnasium in Horneburg, wenngleich sich Haupt- und Realschule noch „in der Findungsphase“ befänden. Eltern und Kommunalpolitiker aus dem Alten Land hatten gefordert, dass ein weiteres Gymnasium für den Südkreis nicht in Horneburg, sondern in der Samtgemeinde Lühe oder in der Gemeinde Jork entstehen sollte.
Verknüpft mit dem Angebot der Samtgemeinde Horneburg, die Schulgebäude an der Schanzenstraße in Horneburg dem Landkreis Stade für ein Gymnasium zu überlassen, ist die Verwirklichung der Ganztagsschule in einem Neubau, der zu 75 Prozent aus EU-Mitteln und zu 25 Prozent aus der Kreisschulbaukasse errichtet werden, so das Kalkül von Samtgemeindebürgermeisterin Hilke Harms. Ein offizielles Angebot, das vom Votum des Schulausschusses kaum abweichen wird, unterbreitet der Samtgemeinderat am 22. März dem Landkreis Stade.
Horneburgs Hauptschulleiter Reimer Flügel sprach am Dienstagabend von einer „absolut großen Chance“ für den Schulstandort Horneburg. Eine Ganztagsschule in einem Neubau wäre wesentlich einfacher zu realisieren als am alten Standort, so Flügel. Realschulkonrektor Hans-Otto Ehlers, ebenfalls als Zuhörer in der Ausschusssitzung: „Natürlich wünsche ich mir ein Gymnasium für Horneburg. Es sind aber noch viele Fragen offen, wenn es um die Ganztagsschule geht.“
Lehrervertreterin von Maercker trübte die Euphorie für ein neues Gymnasium im Ausschuss dadurch, dass sie kritische Fragen zur Verkehrsanbindung stellte. Außerdem sei ein kleines Gymnasium, in Horneburg wird von einer in der Oberstufe vierzügigen Einrichtung wie in Harsefeld ausgegangen, nicht die didaktischen Möglichkeiten bieten, wie ein großes städtisches Gymnasium.
Elternvertreterin Martina Rogge begrüßt zwar die „Initiative der Samtgemeinde für ein Gymnasium, das die Attraktivität des Ortes steigert“, stellt aber gleichzeitig Forderungen: „Unsere Familien dürfen nicht schlechter gestellt werden.“ Dabei geht es ebenso um den Schülertransport wie um die Mensa-Kosten für die Ganztagsschule. Rogge befürchtet außerdem, dass die Nachmittagsbetreuung in der Ganztagsschule zu stark auf den Rücken der Eltern übertragen wird.

Artikel erschienen am: 08.02.2006


Hausaufgaben sind gemacht

Lüher Schulausschuss spricht sich für ein Gymnasium Altes Land aus

Lühe (sal). Der Schulausschuss der Samtgemeinde Lühe hat nun seine Hausaufgaben gemacht: Mit einer Gegenstimme sprach er sich für die Schaffung eines Gymnasiums im Alten Land aus. Die Haupt- und Realschule am Schulzentrum Lühe möchte er in der Trägerschaft der Samtgemeinde erhalten.

Dass der Schulausschuss so empfehlen würde, war vorher schon klar. Anfang Februar hatten sich die Kommunen Lühe und Jork bereits in einer gemeinsamen Sitzung auf das Ziel verständigt. Nur noch an der Formulierung der Willenserklärung wurde deshalb am Donnerstagabend gefeilt. Danach wird der Landkreis gebeten, „in der Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung für den Bereich der allgemeinbildenden Schulen die Errichtung und den Betrieb eines Gymnasiums im Alten Land ernsthaft zu prüfen“. Der Landkreis wird gebeten, vor der Entscheidung keine Fakten zu schaffen, zum Beispiel durch die bauliche Erweiterung der Stader Gymnasien. Die Standortfrage wurde bewusst offen gelassen: Angegeben werden die Gemeinde Jork und die Samtgemeinde Lühe. Den Standort Horneburg schloss der Grüne Gerd Grunwald aus Neuenkirchen nicht aus. Ziel eines Gymnasiums auf der Fläche seien kürzere Schulwege. Deshalb sollte Horneburg in die Gespräche mit einbezogen werden, sagte er. Beschlossen wurde die Formulierung: Für den Schuleinzugsbereich sei „gegebenenfalls auch die Samtgemeinde Horneburg hinzuzuziehen“. Der Nachbarkommune soll angeboten werden, „an kommenden Gesprächen zur Schaffung eines Gymnasium Altes Land teilzunehmen“.
Lühe und Jork werden auch von der Elternvertreterin Margret Andrich-Stich favorisiert. Auf ihren Wunsch hin wurde allerdings der Satz gestrichen, insbesondere sei zu prüfen, „ob die Schülerzahlen den sicheren Betrieb einer Oberstufe gewährleisten“. Ein Komplett-Gymnasium will auch sie, doch schließt sie ein Rumpf-Gymnasium bis zur Klasse 10 nicht aus. Sie wies darauf hin, dass schon Zehnjährige spät nachmittags nach Hause kämen und dann noch Hausaufgaben machen müssten: „Zeit zum Spielen haben sie dann nicht mehr, für sie ist die Kindheit vorbei.“ Unterstützung fand sie bei Ute Dürkes (SPD). Problematisch nannte die Ärztin die langen Fahrtzeiten für die jüngsten Gymnasiasten, die damit gegenüber den Stadtkindern benachteiligt seien.
„Die Schülerzahlen werden eine Rolle spielen“, sagte Hans Gosch (CDU). Schon jetzt sei absehbar, dass die Zahl der Schulanfänger in der Samtgemeinde Lühe in den nächsten Jahren zurückgehen werde. Für ein kleines, überschaubares Gymnasium plädierte Christel Oehr (SPD) mit Verweis auf Reformschulen und skandinavische Vorbilder: Immer größere Schulen sollten nicht der Trend sein.
Die Gegenstimme kam vom jüngsten Ausschussmitglied, Stefan Dehde (CDU). Als Athenaeum-Absolvent ist er strikt gegen ein Gymnasium auf dem Land. Nur in den Stadt-Gymnasien, die zudem miteinander kooperieren können, sei in der Oberstufe eine breites Fächerangebot gewährleistet.

Artikel erschienen am: 25.02.2006


Gymnasium: Eltern sollen sich festlegen

Kreiselternrat muss bis zum 15. Mai eine Stellungnahme abgeben

Kreis Stade (je). Kreisrat Michael Roesberg spricht von einer Wiese mit vielen Blumen. Eine muss der Kreistag pflücken, wenn er 2007 eine Entscheidung trifft – entweder für Anbauten an die Stader Gymnasien oder für einen weiteren gymnasialen Standort im ländlichen Raum. Ihren Hut im Ring haben Drochtersen, Himmelpforten/Oldendorf, Jork/Lühe und Horneburg. Der Kreiselternrat hat jetzt die Qual der Wahl.

Das Gremium um die beiden Vorsitzenden Christoph Peltz und Leea Lauri-Gaulke soll bis zum 15. Mai eine Stellungnahme abgeben. Sie fließt in das dicke Papier ein, das der Kreistag als Entscheidungshilfe bekommt.
Wie schwer ein klares Votum fallen wird, spürte der Kreiselternrat am Dienstagabend bei der Diskussion mit Schuldezernent Roesberg und Vertretern aller Initiativen, die sich als Gäste eingefunden hatten – darunter etwa Klaus Minners aus Jork, Peter Schleßelmann aus Horneburg sowie Adolf Meyer und Doris Löhrer-Vogt von der Elbmarschenschule Drochtersen.
Für einen Ausbau von Athenaeum und Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade gibt es gute Gründe, die VLG-Elternvertreterin Dagmar Thissen benannte. Je kleiner die Schulen würden, desto mehr reduziere sich ihr Angebot. Aber die Oberstufenreform bringt eine stärkere Verschulung des Unterrichts, und da spreche auch gar nicht gegen ein weiteres dreizügiges Gymnasium im ländlichen Bereich, hielt das Lehrerteam der Kooperativen Gesamtschule in Drochtersen entgegen. Das zeigt sich sehr interessiert am Aufbau einer Oberstufe und wirft mögliche EU-Mittel in die Waagschale. „Klein, aber fein“ steht auch als Devise für ein „Gymnasium Altes Land“, dem Eltern seit drei Jahren den Weg bereiten wollen. „Wir waren zu früh“, seufzt Klaus Minners.
Ein zusätzlicher Standort würde Wege verkürzen, vielen Eltern käme das sehr entgegen. Denn manch Fahrschüler ist stundenlang unterwegs und in Familie und Freizeit eingeschränkt. Peter Schleßelmann schlug eine kreisweite Elternbefragung vor. Die mache aber erst Sinn, wenn man Richtungen nennen könne, findet Roesberg. Und die zeichnen sich bisher nicht ab. „Ich weiß überhaupt nicht, wofür ich sein soll“, meinte ein Vater aus Stade, nachdem alle Argumente auf dem Tisch lagen. Das Thema verkompliziert sich noch durch die Kirchturmspolitik der (Samt)Gemeinden, die Sonderstellung der Stadt Buxtehude (Träger von zwei Gymnasien) und den Umstand, dass man bei einer Schulentwicklungsplanung eigentlich auch auf die ausblutenden Haupt- und Realschulen gucken müsste. Aber die liegen nicht in der Regie des Landkreises. Nach ganz aktuellen Daten werden die Zahlen der einzuschulenden Schüler rapide sinken – kreisweit um 14 Prozent. Bauen muss der Kreis dennoch. Die Pavillons an den Stader Gymnasien sind nicht mehr zumutbar.

Web-Tipp: www.kreiselternrat.com

Artikel erschienen am: 30.03.2006


Drei an einem Tisch

Altländer und Horneburger sprechen gemeinsam über ein Gymnasium Altes Land (coq). Am Montagabend, 8. Mai, setzen sich die Schulausschüsse der Gemeinde Jork und der Samtgemeinden Steinkirchen und Horneburg an einen Tisch. Ihr Thema dabei: Das Gymnasium Altes Land.

Die öffentliche Sitzung beginnt um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Steinkirchen. Den Teilnehmern geht es bei ihren Beratungen darum, die Errichtung eines Gymnasiums „Altes Land“ unter Berücksichtigung der Schuleinzugsbezirke von Jork, Lühe und Horneburg voranzutreiben und die Frage eines möglichen Standortes zu klären.
In einer gemeinsamen Sitzung hatten die Kommunalpolitiker des Alten Landes Ende Januar ihre Auffassung bekräftigt, dass ein künftiges Gymnasium in ihrem Einzugsbereich stehen müsse. Dagegen steht der Vorschlag aus der Samtgemeinde Horneburg, den Flecken zum Standort zu machen. Von dort waren zugleich auch die Gebäude der Haupt- und der Realschule mitten im Ort angeboten worden.
Nicht zuletzt weil Horneburg seinen Vorschlag als Alleingang ohne Beteiligung der Altländer Nachbarn unterbreitet hatte, waren diese Vorstellungen in Jork und Lühe auf teils heftige Kritik gestoßen. Als möglichen Standort für ein Gymnasium in ihrer Region favorisieren sie weiter das Alte Land.
Zur Erinnerung: Das letzte Wort über ein weiteres Gymnasium im Kreis Stade wird auf Kreisebene gesprochen – aber erst im kommenden Jahr. Dafür liegen schon jetzt mehrere Hüte im Ring. Denn auch Drochtersen sowie Himmelpforten und Oldendorf haben ihr Interesse bekundet. Der Kreiselternrat will bis 15. Mai seine Stellungnahme erarbeiten; weitere Beratungen im Kreistag – auch über eine mögliche Erweiterung der Stader Gymnasien – sollen dem dann folgen.

Artikel erschienen am: 05.05.2006


Drei Schulausschüsse am Montag an einem Tisch

Altländer und Horneburger reden in Steinkirchen zusammen über ein Gymnasium Altes Land (coq). Am Montag, 8. Mai, setzen sich die Schulausschüsse aus der Einheitsgemeinde Jork und den Samtgemeinden Steinkirchen und Horneburg an einen Tisch. Ihr Thema dabei: Das Gymnasium Altes Land.

Die öffentliche Sitzung beginnt um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Steinkirchen. Den Teilnehmern geht es bei den Beratungen darum, die Errichtung eines Gymnasiums unter Berücksichtigung der Schuleinzugsbezirke von Jork, Lühe und Horneburg voranzutreiben und die Frage eines möglichen Standortes zu klären.
Gemeinsam hatten die Kommunalpolitiker des Alten Landes Ende Januar ihre Auffassung bekräftigt, dass ein künftiges Gymnasium in ihrem Einzugsbereich stehen müsse. Dagegen steht der Vorschlag aus der Samtgemeinde Horneburg, den Flecken zum Standort zu machen. Von dort waren zugleich auch Gebäude mitten im Ort angeboten worden.
Weil Horneburg seinen Vorschlag als Alleingang ohne Beteiligung der Altländer Nachbarn unterbreitet hatte, waren diese Vorstellungen in Jork und Lühe auf teils heftige Kritik gestoßen. Als möglichen Standort für ein Gymnasium in ihrer Region favorisieren sie weiter das Alte Land. Das letzte Wort über ein weiteres Gymnasium im Kreis Stade wird auf Kreisebene gesprochen – aber erst 2007. Auch Drochtersen sowie Himmelpforten und Oldendorf haben sich als Standorte empfohlen.

Artikel erschienen am: 05.05.2006


Gemeinsam zum Gymnasium

Altes Land und Horneburg schmieden Allianz – Gemeinsame Schulausschuss-Sitzung – Standort offen

Steinkirchen (bv). Einigkeit macht stark: Getreu dieser Devise haben die Altländer Kommunen Lühe und Jork sowie die Samtgemeinde Horneburg am Montagabend bei einer gemeinsamen Schulausschusssitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Steinkirchen eine Allianz geschmiedet. Das Motto: Gemeinsam zu einem Gymnasium. Die Standortfrage blieb offen – vorerst. Spätestens im September wollen die drei Kommunen im Kreishaus einen gemeinsamen Standort präsentieren. Der Horneburger Richard Wilke (CDU) brachte es auf den Punkt: „Wir haben nur eine Chance, wenn wir uns einig sind.“

Die drei Schulausschussvorsitzenden Peter Rolker (FDP) aus Jork, Bianka Lange (SPD) aus Horneburg und Reinhard Meyer-Schmeling (SPD) aus Lühe hatten sich bereits im Vorfeld der Sitzung abgestimmt – auch, um ein „peinliches Debakel wie bei der gemeinsamen Ratssitzung von Jork und Lühe zu vermeiden“, sagte Rolker. Die drei Schulpolitiker haben eine Mittelpunkt-Lösung ins Gespräch gebracht – in Mittelnkirchen; mindestens vier Standorte sind bislang in Horneburg, Lühe und Jork in der Diskussion. Gemeinsam wollen die drei Kommunen das vierzügige Gymnasium mit Oberstufe in Angriff nehmen. „Die Zeit drängt, letztlich entscheidet der Landkreis Stade“, betonte Wilke.
Die Politik war sich einig. Ein Gymnasium stärke den ländlichen Raum. „Wir wollen es gemeinsam“, sagte Klaus Hubert (Bürgerverein Jork). Die Elternvertreter Heinrich Detje (Jork) und Margret Andrich-Stich (Lühe) machten bei der Sitzung noch einmal deutlich, dass sie eine „überschaubare Schule“ und „kurze Wege“ wünschten – auch aus pädagogischen Erwägungen. Das hätten Elternbefragungen im Alten Land gezeigt; rund 90 Prozent der Eltern hätten sich für ein Gymnasium im Alten Land ausgesprochen, Stade und Buxtehude stehen bei vielen nicht hoch im Kurs. „Viele Lehrer kennen nicht einmal die Namen ihrer Schüler, falsche Noten sind an der Tagesordnung“, so die Auffassung der Altländer Elternvertreter. Athenaeum und Halepaghen-Schule seien einfach zu groß.
Die Horneburger brachten einen „externen Gutachter“ ins Spiel. Ein Vorschlag, der vor allem bei den Eltern auf fruchtbaren Boden fiel – auch, um „Kirchturmdenken zu vermeiden“, so Detje. Die Geest konnte sich ansatzweise durchsetzen. Externer Sachverstand soll bei der Suche nach einem gemeinsamen Standort eingeholt werden. Insbesondere der Vorsitzende der CDU-Fraktion in Jork, Hinrich Rohbohm, lehnte Wilkes Gutachter-Vorschlag ab: „Letztlich ist der Landkreis Stade die neutrale Stelle. Ich kenne keinen Schulpapst und letztlich kostet ein Gutachten viel Geld. Das haben wir bekanntlich nicht.“
Doch auf den Landkreis allein will sich die Mehrheit nicht verlassen. Lühes Samtgemeindebürgermeister Günter Schargus betonte: „Wir müssen ein geschnürtes Paket vorlegen. Ansonsten werden wir trotz Einigkeit in Stade nicht zum Zuge kommen.“ Der Landkreis werde nicht dreimal den Elternwillen abfragen. Mit den Kosten eines Gymnasiums – vom Bau bis zur Schülerbeförderung – und pädagogischen Aspekten wird sich jetzt ein Neuner-Gremium befassen. Es wird aus den Schulausschussvorsitzenden, den Verwaltungschefs und den Elternvertretern der drei Kommunen gebildet. Auf Anregung von Vize-Landrat Gerd Lefers soll die Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO) bei der Schülerbeförderung mit an den Tisch. Damit folgte die Politik einstimmig einem Vorschlag von Schargus und Samtgemeindebürgermeisterin Hilke Harms (CDU). Das Gremium wird bereits in der kommenden Woche erstmals tagen. Hans Gosch (CDU) aus Guderhandviertel: „Wir alle müssen uns klar sein: Den Standort-Vorschlag dieses Gremiums müssen wir mittragen, egal, ob das gemeinsame Gymnasium nach Horneburg, Lühe oder Jork kommen soll.“ Kein Widerspruch, allerdings wies Harms auf die Noch-Beschlusslage in Horneburg hin. Die Schulausschüsse Jork und Lühe stimmten dem Vorgehen einstimmig zu, in Lühe gab’s zwei Enthaltungen.
Die drei Kommunen fahren vorerst zweigleisig weiter; bis zum 15. Mai melden sie dem Ersten Kreisrat Michael Roesberg die Standorte für ein Gymnasium, versehen mit dem Zusatz, dass Geest und Marsch ein gemeinsames wollen.
Elternvertreter Klaus Minners lobte die Politiker: „Ein Meilenstein ist geschafft – endlich.“

Endlich auf dem richtigen Weg

Ein Kommentar von Björn Vasel
M@il: vasel@tageblatt.de

Einigkeit macht stark. Gut, dass die Politik in Horneburg und im Alten Land das endlich begriffen hat und gemeinsam für ein Gymnasium kämpft. Das Kirchturmdenken hat ein Ende. Jetzt geht es um die Interessen der Kinder. „Kurze Wege“ und „überschaubare Schule“ – das sind zwei wichtige Aspekte. Die Altländer hatten bislang in Stade schlechte Chancen. Diese steigen durch die Allianz mit Horneburg. Trotzdem. Es wird nicht einfach. Denn im Kreistag und in der Kreisverwaltung dominiert bislang die Lobby der drei städtischen Gymnasien: Athenaeum, Halepaghen-Schule und Vincent-Lübeck. Die Schulleiter machen bereits Stimmung gegen ein Gymnasium in Horneburg, im Alten Land und anderswo. Hinzu kommt: Die Kassen sind leer – möglicherweise war das Gymnasium in der Samtgemeinde Harsefeld der letzte große Schulbau. Außerdem werden langfristig die Schülerzahlen sinken, das Ausbluten von Haupt- und Realschulen wird die Schülerzahlen in den Gymnasien nicht auf Dauer nach oben treiben. Das gilt es zu bedenken. Die Allianz von Geest und Marsch wird sich durchsetzen, wenn ihr Gymnasiumskonzept überzeugt und auch die Politik bei der Stange bleibt. Das wird sich spätestens bei der Standortfrage zeigen.

Artikel erschienen am: 10.05.2006


Kein goldener Weg zum Gymnasium

Ausbauten oder neuer Standort: Kreisverwaltung legt Zwischenbericht vor – Schulausschuss trifft Empfehlung im Oktober

Kreis Stade (je). „Alle erwarten von mir den goldenen Weg“, stöhnte Kreisrat Michael Roesberg am Dienstag im Schulausschuss. Den werde es in der Frage der gymnasialen Beschulung im Kreis aber nicht geben. Wie auch immer das politische Gremium im Oktober entscheidet – „es gibt Enttäuschungen“, ahnen Roesberg und die Akteure nach Durcharbeiten des Zwischenberichts.

Das Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade wartet auf den versprochenen Ausbau und muss zum August noch drei weitere Container ertragen. Die Elbmarschenschule als Kooperative Gesamtschule hat ihren Hut in den Ring geworfen und wird politisch in Drochtersen und Nordkehdingen unterstützt. Hoffnungen auf einen nördlichen gymnasialen Standort macht sich auch Himmelpforten mit Oldendorf im Gepäck.
Die zahlenmäßig besten Voraussetzungen, das belegte der von der Verwaltung vorgelegte Zwischenbericht, bringt der Verbund Altes Land/Horneburg. Aber: Das Konstrukt knabbert die Buxtehuder Gymnasien an und entlastet nicht die Stader Schulen. Und: „Man kann nicht einfach einen Zirkel schlagen“, so Roesberg, das müsse auch auf Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen. In einer aktuellen Stellungnahme spricht sich die Stadt Buxtehude ausdrücklich gegen ein Gymnasium in Jork aus, denkbar sei nur ein Standort im nördlichen Bereich. Lothar Wille (SPD) aus Himmelpforten sieht es genauso: „Schulpolitik ist Strukturpolitik“, findet er. Der Kreis dürfe sich nicht nur auf die Städte und den Südkreis fokussieren. Wille geht von ganz anderen Übergangsquoten aus, wenn den Familien im Norden ein wohnortnahes Gymnasium geboten würde. Parteikollege Erhard Wolfkühler wiederum glaubt an Schubkraft und Zuzug auch im nördlichen Raum durch A 26 und Elbquerung.
Solche Faktoren und Prognosen hatte die Verwaltung in ihrem Papier noch nicht berücksichtigt. Ihre Berechnungen basierten auf den tatsächlichen Geburten. Michael Roesberg berichtete von rückläufigen Zahlen. „Wir bleiben aber auf hohem Niveau“, interpretiert er das Material. Der festgestellte Raumbedarf müsse auf jeden Fall gelöst werden.
Helmut Dammann-Tamke (CDU) sieht alle im selben Boot und fände es fahrlässig, wenn der Kreis die Interessen der Stadt Buxtehude als Träger außen vor lassen würde. Elke Weh (Grüne) wünschte und formulierte Kriterien, nach denen im Herbst ein Beschlussvorschlag gefasst werden könne. Den will die Verwaltung nach einer Aktualisierung der Zahlen und weiteren Gesprächen mit den Gemeinden formulieren. Hans Gosch (CDU) bat auch um die Kostenanalysen. Für Eltern soll es bis dahin noch Informationsveranstaltungen über die Oberstufe, ihre Arbeit und die Vorteile einer gewissen Zügigkeit geben. Da herrsche viel Unklarheit, berichtete Roesberg.

Artikel erschienen am: 05.07.2006