Chance für den DSL-Ausbau im Estebereich?

Bei der Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit einer Region spielt auch das örtliche DSL-Angebot eine wesentliche Rolle. Unsere Betriebe, die Privathaushalte und auch die Kinder und Jugendlichen sind fest darauf angewiesen. Trotz unseres hochtechnisierten Zeitalters ist es leider immer noch nicht üblich, dass eine Breitbandversorgung zu den selbstverständlichen Angeboten der Grundversorgung gilt.

Telekommunikationsunternehmen entscheiden aus wirtschaftlichen Erwägungen. So gibt es auch weiterhin erhebliche „weiße Flecken“ in der Gemeinde Jork. Die Gemeinde Jork kann zwar kein DSL- oder Internet-Angebot betreiben, hat aber aktuell großen Erfolg, im Rahmen von Förderprogrammen erste – bislang unterversorgte – Ortsteile noch in diesem Jahr mit anzuschließen zu können. Eng kooperiert habe ich dabei mit weiteren Kollegen aus den Rathäusern im Landkreis Stade; so konnten wir ein gemeinschaftliches Projekt mit Fördermitteleinwerbung starten. Für die Gemeinde Jork wird in diesem Jahr daraus der Ausbau der DSL-Infrastruktur in den Bereichen Westerladekop, Hinterdeich, Gehrden, Lühe und Wisch erfolgen. Unser Gemeinderat ist diesem Konzept gefolgt und hat dafür die gemeindliche Eigenbeteiligung von 27.000 EUR im Haushaltsplan bereitgestellt.

Das ist sicherlich ein erster Erfolg. Trotzdem haben mir die weiteren „weißen Flecken“ in unserer Gemeinde keine Ruhe gelassen. Vor allem der Estebereich ist beim DSL-Angebot nach wie vor stark unterversorgt. Regelmäßig haben mich darauf Einwohnerinnen und Einwohner aus diesen Ortsteilen angesprochen. Der Bedarf ist dort unbedingt gerechtfertigt, so bestätigt es auch die Auswertung der vor einiger Zeit durchgeführten Haushaltsbefragung. Die Auswertung steht hier zum Download zur Verfügung – die „weißen Flecken“ fallen auf der Gemeindekarte sofort auf.

In den letzten Wochen und Monaten habe ich hierzu mehrere Gespräche mit Telekommunikationsunternehmen geführt und mich dabei über die technischen Möglichkeiten informiert. Ein positives Zwischenergebnis steht dabei fest: Grundsätzlich ist ein Ausbau der DSL-Infrastruktur in großen Teilen der noch unterversorgten Gebiete technisch machbar. Allerdings zeigen die Telekommunikationsunternehmen dabei Wirtschaftlichkeitslücken auf, so dass der Ausbau der Infrastruktur nur in Kooperation mit der Gemeinde Jork erfolgen kann. Diesen Schritt habe ich nun unseren kommunalen Gremien vorgeschlagen. Das Verfahren ist leider sehr aufwändig und langwierig, da die Gemeinde hierzu zunächst ein Interessenbekundungsverfahren einleiten muss, auf der Grundlage der dann eingehenden Angebote Fördermittel beantragt werden und zuguterletzt die Leistung öffentlich auszuschreiben ist. Erst im Laufe dieses Verfahrens kann der Gemeinderat die abschließende Entscheidung treffen, da gemeindliche Haushaltsmittel quasi als Deckungslücke mit in dieses Projekt eingebracht werden müssen.

Trotzdem sehe ich hier eine Chance für über 700 Haushalte in unserer Gemeinde, so dass ich diese umfangreichen Bearbeitungs- und Prüfungsschritte gerne einleiten und wahrnehmen möchte. Dieses Thema ist außerordentlich wichtig – insofern hoffe ich, dass die kommunalen Gremien meinem Vorschlag folgen.

Nur dann kann es uns gelingen, diese Chance zum weiteren DSL-Ausbau in unserer Gemeinde zu nutzen.