Die Normandie rückt näher

JORK. Schon im Herbst könnte es losgehen: Jorker Schüler besuchen die Normandie und französische Schüler das Alte Land. Ein Schüleraustausch ist praktisch unter Dach und Fach, berichtet Michael Eble, der in den Osterferien mit seiner Familie in die Jorker Partnergemeinde Presqu‘île de Brotonne gefahren ist. Dort konnte er die einst starken Bande zwischen den Partnergemeinden wieder aufnehmen. Seit 1984 gibt es die Partnerschaft, und aus den offiziellen Besuchen, zeitweise mit 70 bis 80 Teilnehmern, entstanden über die Jahre viele private Freundschaften. Vor allem wegen eines Generationswechsels war es um die deutsch-französische Freundschaft aber wieder ein wenig stiller geworden.

„Das Interesse, die Partnerschaft wieder lebendiger zu gestalten, ist auch auf französischer Seite ganz stark“, berichtet Eble, der mit Frau und Tochter herzliche Aufnahme fand. Er hatte sich im wunderschönen alten Fachwerkhaus von Michel Lefrancois einquartiert, der nicht nur Gästezimmer vermietet, sondern früher auch Präsident des Comité de Jumelage war – des französischen Gegenstücks zum Jorker Freundeskreis. Lefrancois arrangierte Treffen mit Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden und Aktiven der Jumelage, private Treffen und Einladungen folgten. Eine direkte Schulpartnerschaft mit Presqu‘île de Brotonne schien anfangs schwierig, weil es in den fünf kleinen Mitgliedsgemeinden La Mailleraye sur Seine, St. Nicolas de Bliquetuit, Vatteville la Rue, Notre Dame de Bliquetuit und Heurteauville mit zusammen etwa 5000 Einwohnern nur Grundschulen gibt. Aber auch der Kontakt zum Collège Victor Hugo im nahen Caudebec-en-Caux war schnell hergestellt. Schulleiter Hervé Rimbert zeigte sich von dem Vorschlag, den Eble im Namen von Schulleiterin Vera Bochdalofsky machte, sehr angetan. Nun soll ein Schüleraustausch etabliert werden, bei dem die Schüler in Gastfamilien wohnen und tagsüber die Schule besuchen. Für den Anfang sollen jeweils etwa fünf Schüler über einen Zeitraum von ungefähr einer Woche dabei sein. Es sei auch denkbar, für die Kosten Zuschüsse einzuwerben, sagt Michael Eble: „Beispielsweise aus EU-Töpfen, schließlich befördert so ein Austausch wirklich den europäischen Gedanken.“

Altländer Tageblatt, 22.04.2014